Apps auf Rezept etablieren sich

Konrad Obermann
Forschungsleiter Professor Dr. Dr. Konrad Obermann (Foto: Stiftung Gesundheit/Barbara Hötzel)

Eine aktuelle Studie zeigt: Ein Jahr nach Einführung sind verschreibungsfähige Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf dem Weg, sich als Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu etablieren. 

Die repräsentative Studie „Ärztinnen und Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2021/2 der Stiftung Gesundheit kommt zu folgendem Ergebnis: „Mehr als 80 Prozent der Ärzte sind mittlerweile mit den Apps auf Rezept vertraut“, so Forschungsleiter Professor Dr. Dr. Konrad Obermann. „Und etwa jeder fünfte Arzt hat bereits praktische Erfahrungen mit diesem neuen Instrument gesammelt.“

Wirksam bei gezieltem Einsatz

Den Apps auf Rezept stehen die meisten Mediziner grundsätzlich positiv gegenüber: Zwei Drittel von ihnen sind der Meinung, dass gezielt eingesetzte Apps hilfreich sein können. Den größten Nutzen sehen Ärzte derzeit bei Tagebuchanwendungen (82,7 Prozent), gefolgt von Apps zur Ernährungsberatung (77,3 Prozent), zur Aufzeichnung von Vitalparametern sowie zur Verhaltenskontrolle (jeweils 76,7 Prozent). Kritisch sehen sie dagegen einen Einsatz von DiGA in psychischen Anwendungsbereichen wie Depressionen oder Suchtverhalten: In diesen Bereichen halten weniger als 40 Prozent einen Einsatz für sinnvoll.

Studie identifiziert Hürden

In der aktuellen Studie quantifiziert die Stiftung Gesundheit erstmals auch die Hürden, die den Einsatz von DiGA aus Sicht der Ärzte derzeit erschweren: „Mit rund 70 Prozent stehen hier datenschutzrechtliche Bedenken klar an der Spitze“, erläutert Obermann. Zudem hätten jeweils knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer Zweifel an der Wirksamkeit, Zweifel an der Patienten-Motivation oder bemängelten fehlende Testmöglichkeiten für Behandler. Organisatorische Hürden dagegen stellten nur noch für knapp ein Drittel ein Hemmnis dar: „Das spricht dafür, dass in diesem Bereich alle Beteiligten ihre Hausaufgaben gemacht haben“, so Obermann.

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