Vereinfachte Erfassung von Corona-Fällen

Eine neue Lösung soll Ärzten und Behörden bei der Erfassung von Corona-Fällen helfen (Foto: © nunataki/123rf.com).

Eine neue Lösung soll Ärzten und Behörden bei der Erfassung von Corona-Fällen helfen. An der Entwicklung sogenannten Infektionsmelde- und -informationssystem (IMIS) sind auch Informatik-Masterstudenten der Universität des Saarlandes beteiligt.

Die genaue Zahl der Corona-Infektionen ist wichtig, um effektive Maßnahmen zur Eindämmung des Virus entwickeln. Uneinheitliche Übermittlungswege, potenzielle Bruchstellen in der Übermittlungskette und eine große Anzahl beteiligter Akteure. All das erschwert bislang den zügigen und exakten Datentransfer an entscheidende Stellen. Hier setzt das IMIS an. Das Projekt ist im Rahmen des „WirVsVirus“-Hackathon der Bundesregierung entstanden und soll die Erfassung von Infektionsfällen bündeln und beschleunigen. Das Informationssystem könnte den kompletten Verlauf einer Erkrankung vom Verdacht über die Diagnose bis hin zur Meldung dokumentieren. So könnte es bei der Nachverfolgung und Auswertung helfen.

So funktioniert das System

Die Erfassung eines Infektionsfalles mit dem neuen System funktioniert vergleichsweise einfach. Wenn ein Patient den Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, meldet er sich bei seinem Arzt oder der Infektions-Hotline des zuständigen Gesundheitsamtes. Sie tragen dann die Daten des Patienten in das Informationssystem ein. Dort lassen sich neben den Stammdaten auch Symptome, Infektionsketten und Vorerkrankungen erfassen. Wurde ein Verdachtsfall bei einem Arzt registriert, benachrichtigt das Informationssystem automatisch das entsprechende Gesundheitsamt. Sowohl Gesundheitsämter als auch Ärzte haben direkt über das System die Möglichkeit, einen Corona-Test anzuordnen.

Jeder Verdachtsfall erhält automatisch eine durch das Informationssystem erzeugte und einzigartige Kennung in Form eines QR-Codes. Wird ein Test in Auftrag gegeben, lässt sich der Patient an einer Teststelle anhand des QR-Codes leicht identifizieren. Das Fachpersonal muss nur den Code scannen, um alle nötigen Informationen zu erhalten. Dadurch kann eine erneute und zeitaufwändige Abfrage der persönlichen Daten entfallen.

Sobald ein Patient getestet wurde, wird dies im Informationssystem vermerkt und die Nummer der entnommenen Probe mit der entsprechenden Patienten-ID verknüpft. Die Probe wird im Anschluss wie gehabt in ein Labor geschickt. Nach der Auswertung der Probe im Labor, trägt das Labor wiederum das Ergebnis und die Probennummer in das Informationssystem ein, woraufhin dieses automatisch das Gesundheitsamt, den Arzt und den entsprechenden Patienten über das Ergebnis informiert.

Fallzahlen auf dem aktuellsten Stand

Über einen sicheren Zugang in einem solchen Informationssystem könnten sowohl das Robert-Koch-Institut als auch die Gesundheitsämter die aktuellsten Fallzahlen exportieren und auswerten. „Die enorme Zeitersparnis während des Meldeprozesses würde dafür sorgen, dass vor allem bei Gesundheitsämtern wichtige Ressourcen frei werden, die dann an anderer Stelle besser eingesetzt werden können“, sagt Jonas Cirotzki, einer der beteiligten Saarbrücker Studenten. Ein rund 20-köpfiges Team führt die Entwicklung des Informationssystem IMIS auch nach dem „WirVsVirus“-Hackathon ehrenamtlich weiter. Ein Prototyp des Systems inklusive Live-Demo ist bereits online verfügbar.

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