Telekom aktiviert eine Million Menschen für Demenzforschung

Spieledesigner Max Scott-Glade, Hans-Christian Schwingen (Markenchef Deutsche Telekom) und Demenzforscher Michael Hornberger
Kongress re:publica in Berlin: Der Spieledesigner Max Scott-Glade, Hans-Christian Schwingen (Markenchef Deutsche Telekom) und Demenzforscher Michael Hornberger geben den Launch des mobilen Spiels „Sea Hero Quest“ bekannt. #gameforgood (Foto: © Deutsche Telekom)

Innerhalb von zwei Wochen haben weltweit eine Million Menschen das mobile Spiel „Sea Hero Quest“ heruntergeladen. Mit dem Spiel unterstützt die Deutsche Telekom in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern aus Forschung und Wissenschaft die Demenzforschung.

Spielen gegen das Vergessen – das sollen die Initiative „Game for Good“ sowie das mobile Spiel „Sea Hero Quest“ ermöglichen. Mit Hilfe von „Sea Hero Quest“ soll die Grundlagenforschung für Demenz einen großen Schritt vorangebracht werden. Idee des Projekts ist es, einen Teil der drei Milliarden Stunden, die Menschen weltweit jede Woche mit Onlinespielen verbringen, für die Forschung zu nutzen.

Ziel ist es sie dafür zu begeistern, ihre Zeit zu teilen und über das Spielen der Wissenschaft beim Sammeln anonymer Daten zu helfen. Axel Wehmeier, Chef der Gesundheitssparte der Deutschen Telekom, zieht eine erste Bilanz: „Die positive Resonanz auf unsere Initiative ist überwältigend. Es zeigt, dass die Menschen den unmittelbaren Nutzen datenbasierter Dienste erkennen und den eingesetzten Sicherheitsmechanismen vertrauen. Das ist schon heute ein überwältigender Erfolg für Forschung und Wissenschaft. Wir übernehmen digitale Verantwortung, indem wir diese wichtige Phase gesellschaftlichen Wandels konstruktiv begleiten.“

Erhebung unter Laborbedingungen mehr als 1.500 Jahre

Michael Hornberger, Professor für Demenzforschung an der Universität von East Anglia, wird gemeinsam mit Dr. Hugo Spiers vom University College London in den kommenden Monaten die mit dem mobilen Spiel gewonnenen anonymen Daten auswerten. „Alle Spieler zusammen haben bislang Navigationsdaten gesammelt, deren Erhebung unter Laborbedingungen mehr als 1.500 Jahre benötigt hätte. Damit wir untersuchen können, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern navigieren, ist es wichtig, dass möglichst viele Spieler Angaben zu Alter, Geschlecht und Herkunftsland machen.“

Mangelnde räumliche Orientierung bei Erkrankten

Bei „Sea Hero Quest“ werden Wissenschaftlern anonyme Spiel-Daten über das Navigationsverhalten und die räumliche Orientierung des jeweiligen Spielers zur Verfügung gestellt. Denn die Einschränkung der räumlichen Orientierung ist bei vielen Demenzkranken ein frühes und alltagsrelevantes Symptom. Forschern in aller Welt liegen zwar Daten von Erkrankten vor, aber kaum Vergleichsdaten von gesunden Menschen. Die Analyse der Daten aller Spieler aus „Sea Hero Quest“ wird dazu beitragen, erstmals Normdaten für die räumliche Orientierung zu gewinnen. Diese Normdaten werden als Grundlage für die frühzeitige Diagnose einer Demenz dringend benötigt.

Die Deutsche Telekom hat „Game for Good“ in enger Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation Alzheimer’s Research, dem University College London, der Universität von East Anglia sowie dem Spieleentwickler Glitchers entwickelt. „Sea Hero Quest“ ist weltweit für iOS- und Android-Geräte verfügbar und kann über den App Store sowie Google Play heruntergeladen werden. Mit durchschnittlich fünf Sternen bei über 45.000 Bewertungen im App Store und bei Google Play ist die Rückmeldung der Spieler durchweg positiv. Das Spiel ist kostenlos.