Studie: Ultraschall bei Herzschwäche

Charlotte Du Chesne, Jonathan Nübel und Simon Seitz (von links), Studierende der MHB, testen mit Patientin Ingrid Duve die neue Methode für die Studie. Foto: Immanuel Klinikum Bernau

Ein neues Verfahren mit Ultraschall soll dabei helfen, die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche zu verbessen. Jetzt wird es in Brandenburg im Rahmen einer Studie getestet.

In Brandenburg ist der Anteil der 65-Jährigen überdurchschnittlich hoch. Dort leiden besonders viele Menschen an Herzschwäche. Ein interdisziplinäres Team der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) untersucht daher die neue, schonende Methode zur Behandlung. Das Verfahren nutzt Ultraschall, um zu erkennen, ob sich im Körper zu viel Flüssigkeit angesammelt hat, was ein häufiges Problem bei Herzschwäche ist. Denn neben der Behandlung der Ursachen einer Herzschwäche besteht die Therapie darin, das Herz zu entlasten und entwässernde Medikamente zu verabreichen. Diese Medikamente helfen zwar dabei, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper über die Nieren zu entfernen. Allerdings besteht gleichzeitig das Risiko, dass die Nieren überlastet werden und im schlimmsten Fall versagen können. Die Studie wird an den Uni-Krankenhäusern der MHB in Bernau, Neuruppin und Brandenburg an der Havel sowie am Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg durchgeführt.

Herzschwäche: Schonende Behandlungsmethode Ultraschall

„Unser Ziel ist es, die Patient:innenversorgung nachhaltig zu verbessern. Unser Forschungsschwerpunkt an der MHB ist die Medizin des Alterns. Wir konzentrieren uns darauf, schonende Behandlungsmethoden für Patient:innen mit Herzschwäche zu entwickeln, um sie vor schwerwiegenden Komplikationen wie zum Beispiel einer akuten Nierenschädigung zu schützen“, sagt Prof. Anja Haase-Fielitz, Wissenschaftskoordinatorin der Abteilung für Kardiologie am Herzzentrum in Bernau. Die Vermeidung von Komplikationen ist umso wichtiger, da viele ältere Patientinnen und Patienten bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion haben. Ein zusätzlicher akuter Nierenschaden, zum Beispiel durch eine zu schnelle oder zu rasche Flüssigkeitsentfernung, wäre für sie mit einem hohen Risiko für eine Dialyse verbunden.

Die neue Studie übernimmt mit dem ultraschallbasierten Bewertungssystem Venous Excess UltraSound-Score (VExUS-Score) ein intensivmedizinisches Konzept, indem Flussprofile der Organe mittels Ultraschall schmerzfrei gemessen werden. Auf diese Weise lassen Informationen zum Grad der Flüssigkeitsüberladung im Körper der Patientinnen und Patienten gewinnen. Mithilfe einer jederzeit durchführbaren und nicht invasiven Methode zur Überprüfung des Volumenstatus lässt sich das Risiko von Überwässerung und schädlicher Austrocknung sofort erkennen. So kann eine Verschlechterung der Nierenfunktion vermieden werden. Gleichzeitig erlaubt es eine feinere und zielgerichtetere Steuerung der Therapie. 

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung von Mindray-Medizintechnik. Gemeinsam mit Unternehmen neue Versorgungsstrategien zu entwickeln und zu erforschen, ermöglicht uns Innovation wie die Ultraschallbildgebung an das Patient:innenbett zu bringen, um so genauere Aussage über unsere Therapiestrategien zu treffen“, sagt Jonathan Nübel, Arzt in Weiterbildung und Initiator der Studie. 

Die Ultraschallmessungen am Bett der Patienten sollen außerdem dabei helfen, den individuell optimalen Zeitpunkt für eine Entlassung zu ermitteln. Das ist wichtig, weil frühzeitige Entlassungen zu einem schlechteren Behandlungsergebnis führen können. Die Studienautoren hoffen, dass die Zusammenarbeit der Kliniken eine breitere Datenerhebung ermöglicht.