Personalisierte Hilfe für Parkinson-Erkrankte

Gerresheimer und Adamant Health wollen die Parkinson-Behandlung verbessern. (Foto: markoaliaksandr)

Gerresheimer investiert in das finnische MedTech-Start-up Adamant Health. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Parkinson-Behandlung mit technologiebasierten Lösungen revolutionieren. Weltweit sind etwa zehn Millionen PatientInnen von dieser Krankheit betroffen.

Die Gerresheimer AG und Adamant Health Oy kooperieren bei der Entwicklung einer lebensverbessernden Lösung für Millionen von Parkinson-PatientInnen weltweit. Die Messtechnologie und Plattform befinden sich derzeit in der Entwicklung. Sie sollen eines der größten Hindernisse in der Behandlung von Parkinson-Symptomen angehen: die Bestimmung des optimalen Zeitpunkts zur Einnahme symptomunterdrückender Medikamente. Die Mess- und Analysetechnik von Adamant Health und die digitale Plattformlösung von Gerresheimer sollen künftig dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt für die Medikamenteneinnahme zu bestimmen. Darüber hinaus soll die Lösung sowohl PatientInnen als auch ÄrztInnen über den Fortgang der Behandlung und die Entwicklung der Symptome informieren. Die Symptome sollen für die Erkrankten auf diese Weise stabiler und vorhersehbarer werden. Das soll ihnen ermöglichen, ihren Alltag sicherer, strukturierter und angenehmer zu gestalten.

Optimierte Behandlung

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Behandlung der Parkinson-Krankheit zu optimieren und die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern“, so Gerresheimer-CEO Dietmar Siemssen. Die Investition in Adamant sei Teil der Expansion im Bereich der personalisierten Medikamentenverabreichung in Kombination mit plattformbasiertem und digitalem Krankheits-Monitoring. 

Paulus Carpelan ist CEO von Adamant Health Oy. Er geht davon aus, dass sich die Zahl der Parkinson-PatientInnen in den nächsten 30 Jahren mehr als verdoppeln wird. „Unser Mess- und Analyseservice wird mit seiner einzigartigen Technologie dazu beitragen, Therapien zu individualisieren und damit die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern“, ist er überzeugt.

Lücke schließen

Adamant Health ist ein Spinoff der Universität Ostfinnland. Seine Forscher wenden wissenschaftliche Erkenntnisse auf die individuelle Analyse von neuromuskulären Funktionen und Bewegungen an.

Gerresheimer hat sich an der Seed-Runde von Adamant Health beteiligt und ist der exklusive Industriepartner in dieser Runde. Mit ihrer Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen eine Lücke in der Therapie von Parkinson-PatientInnen schließen. Die angestrebte Kombination aus Überwachung und personalisierter Anpassung der Medikation ist ein Novum. 

Auf dem Gebiet der Überwachung der neurodegenerativen chronischen Erkrankung kann Adamant Health bereits einiges vorweisen. Die derzeitig eingesetzte Technologie bei der Überwachung des Krankheitsverlaufs sammelt die Bewegungsdaten des Patienten. Der Sensor von Adamant Health verbindet diese Funktion mit der so genannten Oberflächen-Elektromyographie (EMG). Dabei handelt es sich um die lokale Messung der elektrischen neuromuskulären Aktivität.

Parkinson wird Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn verursacht, was zu einem Mangel am Neurotransmitter Dopamin führt. Dopamin spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Muskelfunktion und damit von Bewegungen. Ziel der medikamentösen Behandlung ist es, die Konzentration dieses Neurotransmitters im Blut zu normalisieren. Um das zu erreichen, muss die Dosis präzise eingestellt und in regelmäßigen Abständen angepasst werden. Mikropumpen wie die D-Mine-Pumpe von Gerresheimer ermöglichen das.

Die Technologie von Adamant Health lässt sich vielfältig einsetzen. Beispielsweise zum Nutzen der Parkinson-PatientInnen, für die Entwicklung von Medikamenten und für die Forschung. Ziel der Partnerschaft ist es, diese Technologie mit personalisierten medizinischen Behandlungslösungen, wie der bestehenden Pumpe von Gerresheimer, zu kombinieren. Darüber hinaus sollen sie für alle Parkinson-PatientInnen zugänglich gemacht werden. Das soll die Erfassung und Analyse von Daten in Echtzeit sowie eine präzise und kontinuierliche Anpassung der Medikamentengabe zu Hause ermöglichen. Ziel ist es, das Leben der Betroffenen deutlich zu verbessern. 

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