Patientenversorgung: „Mutigere Innovationskultur“ gefordert

Bundesverband Medizintechnologie
Bundesverband Medizintechnologie: „Herausforderungen an die medizinische Versorgung nur durch technische Weiterentwicklungen und Innovationen zu meistern“ (Foto: BVMed)

Um die Innovationskraft der Medizintechnik-Branche zu erhalten, plädiert der Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) in seinem neuen Jahresbericht dafür, die Erstattungs- und Bewertungssysteme an die Dynamik der Technologien anzupassen. So sollen Patienten auch in Zukunft ohne Verzögerungen am medizinischen Fortschritt teilhaben können.

„Der BVMed setzt sich für eine neue und mutigere Innovationskultur bei der Weiterentwicklung und Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland durch neue technische Lösungen ein“, betont der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan im neuen BVMed-Jahresbericht 2016/17. Dazu gehören nach Einschätzung des Verbands die Verbesserung des Transfers von Forschungsergebnissen in die Gesundheitsversorgung, die aktivere Beteiligung von Interessensgemeinschaften und Patientenverbänden im Innovationsprozess und eine sinnvolle Einbeziehung der vorhandenen Versorgungsdaten.

Telemedizinische Anwendungen besser fördern

Moderne Medizintechnologien oder telemedizinische Anwendungen, die sich an Patientenbedürfnissen orientieren, müssten besser gefördert und der Zugang der Patienten zeitnah ermöglicht werden. Die Institutionen der Selbstverwaltung sollten ihre Aufgabe gegenüber der Gesellschaft darin sehen, eine positive Einstellung gegenüber dem medizinisch-technischen Fortschritt zu etablieren. „Nur damit wird den Patienten und der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland dauerhaft am besten geholfen“, heißt es im Jahresbericht. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass die Herausforderungen an die medizinische Versorgung nur durch technische Weiterentwicklungen und Innovationen zu meistern seien.

Gesundung des Patienten im Blick

„Ein positives Zugehen auf ‚Neues’ hilft dem Verständnis und der Umsetzung. Das gilt auch für den medizintechnischen Fortschritt. Die Gesundung des Patienten verdient daher eine neue Innovationskultur“, unterstreicht BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.

Der 24-seitige Jahresbericht kann kostenlos beim BVMed angefordert oder unter www.bvmed.de/jahresbericht in deutscher und englischer Sprache geladen werden.

Info:
Arbeitsplätze: Die Medizinprodukte-Hersteller beschäftigen laut BVMed-Jahresbericht in Deutschland 133.000 Mitarbeiter in rund 1.250 Betrieben (mit mehr als 20 Beschäftigten). Hinzu kommen 11.300 Kleinstunternehmen mit knapp 81.000 Beschäftigten, sodass die MedTech-Branche in Deutschland über 210.000 Menschen beschäftigt.

Mittelstand: 93 Prozent der MedTech-Industrieunternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. Das verdeutlicht, wie mittelständisch die Branche in Deutschland geprägt ist.

Umsatz und Export: Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen (mit über 20 Beschäftigten) betrug in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 mehr als 28 Milliarden Euro. Der Exportanteil liegt bei rund 65 Prozent.