Intelligenter Sitzhocker gegen Rückenschmerzen

Ein LED-Sitzhocker soll gesundes Sitzen unterstützen. (Bild: Fraunhofer IAO)

Ob im Büro, in der Schule, im Auto oder auf der Couch: Immer mehr Menschen sitzen zu viel und leiden in der Folge unter Rückenschmerzen.  Wichtig ist es daher, dynamisches Sitzen in den Alltag zu integrieren. Fraunhofer-Forscher haben jetzt einen LED-Hocker vorgestellt, mit dessen Hilfe Patienten genau das trainieren können.

Der Hocker soll Menschen mit Rückenproblemen dabei unterstützen, den Teufelskreis aus Schmerzen und schlechter Sitzhaltung mithilfe von aktiven und bewussten Bewegungen im Sitzen und im Stehen zu durchbrechen. Dazu haben die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und für Silicatforschung ISC einen Personal Trainer für gesundes Sitzen und Bewegen konzipiert. Die Technologieentwicklung übernahm das Fraunhofer ISC, die Produktentwicklung lag in den Händen des Fraunhofer IAO.

Per Farbsignal oder alternativ über eine App gibt der mit Sensoren und Leuchtdioden ausgestatteter Sitzhocker Feedback, ob der Nutzer ergonomisch sitzt. „Durch viele Interviews mit Betroffenen, Firmen und Experten haben wir herausgefunden, dass ein starker Bedarf nach Hilfsmitteln besteht, die die Rückengesundheit beim Sitzen unterstützen. Wichtig ist, dass man ein wenig Zeit investieren muss“, sagt Truong Le, Wissenschaftler am Fraunhofer IAO zur Grundidee des Hockers.

Mit Sensoren Rückenschmerzen verhindern

Der smarte Sitz ist mit mehreren Drucksensoren ausgestattet. In der Standard-Funktion erkennen sie anhand der Gewichtsverteilung in der Sitzfläche die Haltung des Nutzers. So wird zum Beispiel ermittelt, ob eine Person schief sitzt oder zu lange in derselben Position verharrt.  Die Auswertung der Daten wird auf einen PC, Laptop, Tablet oder Smartphone übertragen. Daraufhin erfolgt eine Erinnerung über ein Feedback in der Sitzfläche. Auf Wunsch kann sich der Nutzer auch eine Statistik über sein Sitzverhalten innerhalb eines bestimmten Zeitraums anzeigen lassen. Ein Video verdeutlicht, dass die Sitzhaltung beziehungsweise die Neigung des Körpers als empfindlich erkannt wird. In diesem Fall erhält der Sitzende eine konkrete Aufforderung, sich zu bewegen. Auch gezieltes Training ist mithilfe des intelligenten Hockers möglich. Per Videoanleitung kann man bestimmte Bewegungsübungen durchführen, die dann von den Sensoren erfasst werden. Das soll dabei helfen, Rückenschmerzen bereits im Vorfeld zu verhindern.

Bei den Drucksensoren handelt es sich um weiche, sensible Sensoren. Sie lassen sich nicht nur in einen Hocker, sondern auch in andere Umgebungen integrieren. Dazu zählen neben Matten und Autositzen zum Beispiel auch die Fahrzeugdecke oder das Lenkrad. Sie senden elektrische Impulse aus, um Dinge zu steuern. Deshalb sind sie wie ein elektrischer Kondensator aufgebaut: zwei Elektrodenschichten aus leitfähigem Silikon unten und oben, eine isolierende Folienschicht dazwischen.