Kindertumorzentrum in Heidelberg gestartet

Prof. Dr. Andreas Kulozik, Prof. Dr. Olaf Witt, Dietmar Hopp, Annika, Prof. Dr. Michael Baumann, Prof. Dr. Stefan Pfister, Prof. Dr. Guido Adler (v.l.n.r.). (Foto: Universitätsklinikum Heidelberg)

Neue Diagnose-und Therapiemöglichkeiten schaffen, um krebskranken Kindern gezielter zu helfen: Das wollen das Universitätsklinikum Heidelberg  und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)  erreichen. Die Partner wollen dazu das „Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg“ (kurz: KiTZ) gründen, ein Therapie- und Forschungszentrum für pädiatrische Onkologie und Hämatologie.

Im KiTZ sollen Klinik und Forschung künftig unter einem Dach zusammenarbeiten und dadurch schneller und gezielter helfen können. „Bereits heute kooperieren Ärzte und Wissenschaftler von Universitätsklinikum und DKFZ, um Menschen mit Krebserkrankungen besser helfen zu können. Im KiTZ werden wir unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Kinderonkologie, die inzwischen weltweit große Beachtung finden, künftig schneller in maßgeschneiderte Diagnose- und Behandlungsverfahren übertragen können“, sagt Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ.

Im Zentrum der Arbeit soll die umfassende medizinische Versorgung der jungen Patienten stehen. „Im KiTZ erhalten Kinder und Jugendliche mit onkologischen und hämatologischen Erkrankungen eine individuelle ambulante, tagesklinische und stationäre Versorgung – von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge“, sagt Professor Dr. Andreas Kulozik, Ärztlicher Direktor der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Darüber hinaus sollen Freizeit- und Bewegungsangebote zur Verfügung gestellt werden. Wir feilen momentan an dem Konzept, das den ganzheitlichen Ansprüchen von krebskranken Kindern gerecht wird“, fasst Kulozik zusammen. Er ist Mitglied im Direktorium des KiTZ, zu dem auch Professor Dr. Stefan Pfister und Professor Dr. Olaf Witt gehören.

Forschungsergebnisse schneller zu den Patienten bringen

Das zweite Standbein der Einrichtung soll die Forschung sein. „Um die Heilungschancen von krebskranken Kindern zu erhöhen, ist es wichtig, die molekularen Ursachen der Erkrankung bei jedem Einzelnen besser zu verstehen und daraus gezielt diagnostische und therapeutische Verfahren für den Patienten abzuleiten“, so Witt. Deshalb sollen klinische Studien vorangetrieben werden, damit neue Therapiemöglichkeiten schneller bei den Patienten ankommen. Denn auch wenn inzwischen fast 80 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder erfolgreich behandelt werden – die Heilungsraten stagnieren seit vielen Jahren. Krebs ist heute immer noch die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Deutschland. „In der Kinderonkologie fehlt es noch immer an medizinischen Konzepten, die speziell auf junge Patienten zugeschnitten sind“, sagt Pfister.

20 Millionen Euro für das Kindertumorzentrum

Rund 40 Millionen Euro wird die Errichtung des Kindertumorzentrums insgesamt kosten. Die Dietmar Hopp Stiftung wird das Vorhaben mit einer Summe von 20 Millionen Euro für den Neubau des Zentrums unterstützen, wie SAP-Gründer Dietmar Hopp jetzt bekannt gegebenen hat. Auch weitere Spender haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.