Hightech-Stift für Tremor-Patienten

Der Tremipen soll Tremor-Patienten die einfache Erfassung ihrer Werte ermöglichen. (Foto: Tremitas)

Für Patienten mit Parkinson und Essentiellem Tremor hat das österreichische Startup Tremitas einen smarten Stift entwickelt, mit dem Tremor-Patienten zu Hause und unterwegs ihre Werte messen können. Durch die kontinuierliche Erfassung dieser Werte sollen Therapien individueller abgestimmt und die Medikation zu optimiert werden können.

Tremor ist die häufigste Bewegungsstörung beim Menschen. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen über 300.000 an Parkinson erkrankte Menschen ihren Alltag meistern. Zudem erkranken auch immer mehr jüngere Menschen an Essentiellem Tremor. Für Patienten mit neurologischen Bewegungsstörungen, die bei Erkrankungen wie Parkinson und Essentiellem Tremor auftreten, gibt es keine Aussicht auf Heilung. Die Einschätzung der Tremorstärke und die daraus abgeleitete Diagnose und Medikamenteneinstellung erfolgt in der Regel stationär beim Neurologen und nur rund zweimal im Jahr. Die Ermittlung von Langzeitwerten war bisher aufwändig und teuer. Das soll sich mit dem Tremipen von Tremitas ändern. Der Stift ermöglicht es den Patienten, konkrete Messwerte selbst und kontinuierlich zu erfassen und diese Daten dem behandelnden Arzt zur Langzeitbeobachtung zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, Therapien individueller abzustimmen, die Medikation zu optimieren und differenzierter zu diagnostizieren.

Tremor selbst erfassen

Der Tremipen ist ein mobiles Sensorsystem in Form eines Stiftes zur präzisen elektrischen Erfassung des Tremors. Idealerweise misst der Patient zweimal am Tag die Stärke des Zitterns – am besten vor und nach der Einnahme der Medikamente. Dazu wird der Tremipen eingeschaltet und 30 Sekunden lang wie ein Stift locker in der Hand gehalten, bis der Messwert zum Ablesen auf dem Display erscheint. Die Tremorstärke wird dabei in Milli-G angegeben, was die Amplitude des Tremors beschreibt. Außerdem werden als weitere Parameter die Frequenz und Energie des Zitterns berechnet. Die Ergebnisse können tabellarisch dokumentiert und zum Arzttermin mitgebracht werden. Der Hersteller stellt dafür ein Tagebuch zur Verfügung, das im Lieferumfang enthalten ist.

Geplante Produktergänzungen

In Zukunft sollen die Messwerte auch via Bluetooth Schnittstelle ausgelesen werden können. Über die Smartphone- oder PC-App können dann die errechneten Parameter gespeichert und visualisiert werden. Offene Schnittstellen des Systems sollen eine Integration in Plattformen für telemedizinische Anbindungen ermöglichen. Darüber hinaus plant Tremitas eine Analyse- und Verwaltungssoftware für Arztpraxen und Krankenhäuser. Geplant sind zudem Online-Services wie eine Community zum Erfahrungsaustausch.

Nach erfolgreichen Anwendungstests startet Welt-Parkinson-Tag am 11. April 2018 eine vierwöchige Crowdfundingkampagne auf Indiegogo. Dann kann der Tremipen dort online  ab 249 Euro vorbestellt werden. Erste Käufer erhalten somit einen Nachlass von rund 50 Prozent.