Führungskräfte-Programm für junge Mediziner

Junger Arzt mit Stethoskop
Junger Arzt: Leitungskompetenzen für spätere Aufgaben durch LMU-Programm (Foto: © pressmaster – fotolia.com)

In Bayern fehlen hunderte Hausärzte und Angebote für die ambulante Versorgung. Um diese negative Entwicklung aufzuhalten, bietet die Universität München jetzt ein Führungskräfte-Programm für junge Ärztinnen und Ärzte an, um sie schnellstmöglich für künftige Aufgaben fit zu machen.

Rund 600 Hausarztpraxen stehen in Bayern leer und Führungskräfte für die ambulante Versorgung fehlen auch. Ein neuartiges Weiterbildungs-Programm für angehende Ärzte soll deshalb Abhilfe schaffen: Bislang einmalig startete im November 2017 das Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum der Universität München ein Führungskräfte-Programm. Junge Ärztinnen und Ärzte erhalten eine klinische Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin sowie Leitungskompetenzen für ihre späteren Aufgaben.

Talente finden

Darüber hinaus wurde in Kooperation mit dem LMU-Center for Leadership and People Management eine neuartige Ausbildung auf internationalem Niveau aufgelegt. Professor Dr. Jochen Gensichen, Direktor des Instituts und Leiter des Programms, „will die besten der nächsten Ärztegeneration für die ambulante Medizin gewinnen.“ So wurden unter zahlreichen Bewerbern die ersten fünf Assistenzärztinnen und -ärzte ausgewählt. Benedikt Lenzer ist einer: „Wir können Menschen helfen, uns wissenschaftlich politisch positionieren und die Zukunft unserer Fachrichtung mitgestalten.“

Beitrag für die ambulante Versorgung

Professor Dr. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München: „Das LMU-Klinikum bildet jährlich mehr als 150 Fachärzte auf höchstem Niveau aus – insbesondere für Krankenhäuser. Nun können wir unseren Beitrag für die ambulante Versorgung leisten.“ Über die kommenden drei Jahre werden die Trainees in viertel- bis halbjährlichen Intervallen über die Stationen des LMU-Klinikums rotieren. Sie werden systematisch zu medizinischen Führungspersönlichkeiten für die ambulante hausärztliche Versorgung ausgebildet. In den anschließenden beiden Jahren werden sie in niedergelassenen Hausarztpraxen arbeiten und dann mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin abschließen.

Das Programm Hausarzt 360°

– Strukturierte klinische Qualifizierung auf universitärem Niveau in den wichtigsten medizinischen Fachgebieten

– Arbeit in wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Projekten zur Verbesserung der ambulanten Patientenversorgung in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft, Gesundheitspolitik und -wirtschaft

– Qualifizierung u.a. in Öffentlichkeitsarbeit, Didaktik, Betriebswirtschaft und Führungskompetenz

– Einführung in das nationale und internationale Kooperationsnetzwerk des Instituts für Allgemeinmedizin und seiner Partner