EU fördert Robotik im Gesundheitswesen

Autonomer Roboter in einer Klinik
Autonomer Roboter in Klinik: Effiziente Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen beschleunigen (Foto: © M.Dörr & M.Frommherz/fotolia.com)

Die Europäische Kommission investiert 16 Millionen Euro in das Projekt „Digital Innovation Hubs in Healthcare Robotics“, kurz „DIH HERO“. Es soll Neuerungen und die Implementierung von Robotik im Gesundheitswesen voranbringen.

Koordiniert wird das 17 Partner umfassende Projektkonsortium aus zehn europäischen Ländern von der Universität Twente (ansässig im niederländischen Enschede). DIH HERO hat das Ziel, in den nächsten vier Jahren eine unabhängige Plattform aufzubauen, um Unternehmen, Forschungsinstitute, Investoren und andere Interessengruppen miteinander zu vernetzen. Indem die Teilnehmer dabei unterstützt werden, Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Robotik verschiedenen Gesundheitsdienstleistern zur Verfügung zu stellen, soll die Zusammenarbeit in der Robotik erleichtert und Innovationen bestärkt werden. Zur Teilnahme sind in Europa ansässige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aufgefordert. KMU können sich auf die offenen Ausschreibungen ab Sommer 2019 bis zum Frühjahr 2021 bewerben. Mit mehr als acht Millionen Euro werden Reisekosten, Demonstratoren und Technologietransfer gefördert.

Schwieriger Weg in die klinische Praxis

Stefano Stramigioli, Professor für Robotik an der Universität Twente und Koordinator des europaweiten Netzwerks, erklärt: „Der Weg, medizinische Innovationen in die klinische Praxis zu überführen, ist holprig, zeitaufwendig und erfordert erhebliche Investitionen. Hier geht es um klinische Erprobung, die Entwicklung von effizienten Produktionsmethoden, die Kontaktaufnahme zu Investoren, die Etablierung von Unternehmen und die Distribution, nur um einige Schritte zu nennen. Des Weiteren gibt es viele Akteure, die an verschiedensten Innovationen in der Robotik arbeiten“.

Vernetzung der relevanten Stakeholder

Die Europäische Kommission möchte den Innovationszyklus entlang der gesamten Wertschöpfungskette beschleunigen, indem eine effiziente Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen durch die Vernetzung von relevanten Stakeholdern sichergestellt wird. Jeder einzelne der 17 Partner des Konsortiums repräsentiert ein Netzwerk an Gesundheits- und Forschungsinstituten, Investoren und kommerziellen Unternehmen, die in der Robotik im Bereich des Gesundheitswesens aktiv sind. Durch eine Vernetzung der relevanten Stakeholder und die Anregung passender Investitionen soll die Plattform den Mehrwert entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Gesundheitsökosystem verbessern.

Einer der Hauptpartner des Projekts ist das Institut Fraunhofer IPA. Seit Jahren werden hier automatisierte Lösungen für das Gesundheitswesen entwicklt, etwa im Bereich der Altenpflege, der Labordiagnostik oder der Unterstützung von minimalinvasiven Operationen. Sein „Application Center for Automation in Healthcare“ ist ein in der EU anerkannter Digital Innovation Hub.