Erster roboterbasierter Laser-Knochenschnitt

Roboterbasiertes Medizinprodukts „Carlo“
Roboterbasiertes Medizinprodukts „Carlo“: Osteotomien in patientenspezifischen Konfigurationen, die mit herkömmlichen Instrumenten nicht möglich wären (Foto: AOT AG)

Zum weltweit ersten Mal wurde jetzt der Schnitt eines menschlichen Knochens mithilfe eines robotergestützten Laser-Osteotoms anstelle eines herkömmlichen Instruments wie Säge oder Bohrer durchgeführt.

Das Schweizer Medtech-Unternehmen Advanced Osteotomy Tools AG (AOT) meldet den erstmaligen klinischen Einsatz seines Medizinprodukts „Carlo“. Eingesetzt wurde „Carlo“ – ein Akronym für Cold Ablation, Robot-guided Laser Ostetome – in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital Basel. Zur präzisen Durchführung der Laser-Osteotomie kam der „LBR Med“ des Unternehmens KUKA als Teil des Medizinprodukts zum Einsatz.

Neue Möglichkeiten mit Roboter-Unterstützung

„Carlo“ bietet einen Ansatz, um Osteotomien gemäß vorgeplanten Schnittlinien mittels eines komplett digitalen Workflows und kalter Laserablation automatisch und präzise durchzuführen. Der Laserkopf ist auf dem KUKA LBR Med montiert, der speziell für den medizinischen Einsatz entwickelt wurde. Dieser ermöglicht es dem Chirurgen, Osteotomien präzise und in frei definierten, gekrümmten und patientenspezifischen Konfigurationen durchzuführen, die mit herkömmlichen Instrumenten nicht möglich wären. 

First-in-man-Studie vor der Markteinführung

Die momentane klinische First-in-man-Studie, die als Basis für die Markteinführung dient, soll die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von „Carlo“ im klinischen Umfeld demonstrieren. Da es das erste System seiner Art ist, wurden sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt. Diese wurden in mehreren prä-klinischen Studien zufriedenstellend geprüft. Hierbei kam dem System zugute, dass der LBR Med als weltweit erste robotische Komponente zur Integration in ein Medizinprodukt nach dem international anerkannten CB-Scheme-Verfahren zertifiziert ist. Das KUKA-Produkt verfügt über eine sensible Sensorik, hygieneoptimierte Oberflächen und eine auf direkte Kollaboration mit dem Menschen ausgelegte Steuerung.

Bereits nachgewiesen wurde, dass durch Einsatz der neuartigen Robotik-Lösung der Knochenheilungsprozess schneller verläuft und die Fähigkeit, frei definierbare Schnittmuster durchzuführen, neue und schonendere Operationstechniken erlaubt.