Medizin & Technik

DKOU 2026: Siemens Healthineers zeigt mobilen C-Bogen mit integriertem Display

Der mobile C-Bogen Cios Go ID von Siemens Healthineers integriert das Display direkt in das Bildgebungssystem (Foto: © Siemens Healthineers)

Siemens Healthineers präsentiert auf dem DKOU 2026 eine neue Plattform für mobile C-Bögen. Beim Cios Go ID ist der Monitor direkt am Bildgebungssystem integriert. Das soll Platz sparen und intraoperative Abläufe vereinfachen. Noch ist das System allerdings nicht kommerziell verfügbar.

Mobile C-Bögen liefern während Operationen Röntgenbilder in Echtzeit. Sie kommen unter anderem in Orthopädie und Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Gefäßmedizin und bei anderen minimalinvasiven Eingriffen zum Einsatz. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin stellt Siemens Healthineers nun die neue Plattform Cios Go vor. Sie umfasst die Systeme Cios Go und Cios Go ID. Bei der ID-Variante ist ein großformatiger Bildschirm direkt am mobilen C-Bogen befestigt.

Monitor fährt direkt mit dem C-Bogen

Bei klassischen mobilen C-Bogen-Systemen gehören Bildgebungseinheit und Monitorwagen häufig zu getrennten Komponenten. Cios Go ID bündelt beide Funktionen in einem mobilen System. Der integrierte UHD-Bildschirm lässt sich positionieren und an die Blickrichtung des OP-Teams anpassen. Beim Transport wird der Monitorarm arretiert. Nach Angaben des Herstellers soll dadurch insbesondere in kleinen Operationssälen, Notaufnahmen oder ambulanten Einrichtungen weniger Platz benötigt werden. Das System ist zudem für häufige Wechsel zwischen unterschiedlichen Einsatzorten ausgelegt. Ein Standby-Modus ermöglicht es laut Siemens Healthineers, Cios Go ID kurzzeitig vom Stromnetz zu trennen und nach dem Transport ohne vollständigen Neustart wieder einzusetzen.

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Software unterstützt Bildbeurteilung

Neben der Bauform setzt Siemens Healthineers auf digitale Assistenzfunktionen. Mit Live Zoom lassen sich beispielsweise anatomische Details oder die Position von Implantaten vergrößert beurteilen, ohne dafür nach Herstellerangaben die Strahlendosis erhöhen zu müssen. SpotAdapt optimiert Helligkeit und Kontrast innerhalb eines ausgewählten Bildbereichs automatisch. Ein Laser-Lichtvisier soll die Positionierung von System und Patient unterstützen. Für die Platzierung von Schrauben oder Kirschnerdrähten steht zusätzlich ein Target Pointer zur Verfügung. Je nach Konfiguration arbeitet die Plattform mit einer Generatorleistung von 3,5 oder 5 Kilowatt und Flachdetektoren mit einer Fläche von 20 mal 20 beziehungsweise 31 mal 31 Zentimetern.

Fokus auf Abläufe im OP

Der Hersteller stellt bei der neuen Plattform weniger eine einzelne neue Bildgebungstechnologie als den Workflow in den Mittelpunkt. Bedienoberfläche, Untersuchungsauswahl und Touchsteuerung sollen so gestaltet sein, dass das System auch von Anwendern mit unterschiedlicher Erfahrung bedient werden kann.

„Cios Go ID kombiniert ein kompaktes Design mit moderner Touch-Technologie. Das integrierte Display lässt sich einfach entsprechend der Blickrichtung des Chirurgen positionieren“, beschreibt Niclas Riege aus der Unfallchirurgie und Orthopädie des Universitätsklinikums Erlangen den Ansatz.

Das Universitätsklinikum Erlangen erhält nach Angaben von Siemens Healthineers finanzielle Unterstützung des Unternehmens für Kooperationen. Die Präsentation auf dem DKOU ist noch keine Markteinführung. Siemens Healthineers weist ausdrücklich darauf hin, dass die vorgestellten Produkte und Funktionen derzeit nicht kommerziell verfügbar sind. Zudem erfüllt Cios Go nach Unternehmensangaben noch nicht alle geltenden allgemeinen Sicherheits- und Leistungsanforderungen der europäischen Medizinprodukteverordnung MDR. Ob und wann die Systeme regulär auf den Markt kommen, ist deshalb noch offen. Damit ist die neue C-Bogen-Plattform zunächst vor allem ein Ausblick auf die weitere Entwicklung intraoperativer Bildgebung. Neben der Bildqualität rücken dabei zunehmend Mobilität, kompakte Bauformen und die Integration der Bildgebung in den unmittelbaren Arbeitsablauf des OP-Teams in den Vordergrund.

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