Deutsche Telekom will im KIS-Markt wachsen

Tablet-Nutzung im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn: Ärztin mit Patientin am Krankenbett
Tablet-Nutzung im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn: Telekom Healthcare Solutions will den Markt für Krankenhausinformationssysteme „attackieren“ (Foto: Deutsche Telekom AG)

Die Telekom will im Markt für Krankenhausinformationssysteme (KIS) aggressiv expandieren und bestehende Kooperationen mit Kliniken in Deutschland weiter ausbauen. Die Einrichtungen werden dabei bei der Digitalisierung ihrer Prozesse unterstützt.

Die T-Systems-Tochter Telekom Healthcare Solutions setzt weiter auf die Verbreitung ihrer KIS-Lösung iMedOne sowie die dazugehörige App iMedOne Mobile. Die klare Botschaft dabei: Egal, ob elektronische Patientenakte, Terminmanagement oder die Dokumentation von Medikamentengaben und Befunden – beide Lösungen unterstützen und verschlanken die Prozesse in Krankenhäusern. „Wir freuen uns, dass wir immer mehr Krankenhäuser von den Leistungen des iMedOne überzeugen“, sagt Arndt Lorenz, Geschäftsführer Telekom Healthcare Solutions. „Für Kliniken ist es im harten Wettbewerbsumfeld unumgänglich, papierbasierte Prozesse Schritt für Schritt durch Digitalisierung zu ersetzen.“

Telekom löst Wettbewerber ab

In Bergisch Gladbach nutzt das Vinzenz Pallotti Hospital bereits seit drei Jahren das Krankenhausinformationssystem iMedOne. Träger der Einrichtung ist die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO). Diese hatte vor rund einem Jahr auch das wenige Kilometer entfernte Marien-Krankenhaus übernommen. Im Rahmen einer Fusion sollen beide Kliniken künftig noch enger zusammenarbeiten. Daher hat sich auch das Marien-Krankenhaus entschieden, das bestehende KIS-System des Telekom-Wettbewerbers Nexus abzulösen.

„Ein wesentlicher Entscheidungsfaktor für iMedOne ist der iPad-basierte Arzt- und Pflegearbeitsplatz“, erklärt Carsten Grabb, Leiter IT der GFO. „Die Multifunktionalität der Lösung, die unter anderem Themen wie Fotodokumentation, Diktat oder auch Spracherkennung schnell und mobil abdeckt, wird uns helfen, Fehler zu vermeiden und die Qualität der Dokumentation zu erhöhen. Zudem sparen wir auf diese Weise wertvolle Zeit, die wir in die Betreuung der Patienten investieren können.“

Vollausbau in Gronau und Groß Gerau

Zusätzlich zu den beiden großen Klinikverbünden wird die Telekom auch mit dem St. Antonius-Hospital in Gronau seine Zusammenarbeit intensivieren: Das Krankenhaus nutzt in Teilen bereits iMedOne Mobile und plant die Erweiterung um die Funktionen Entlassungsmanagement und digitale Pflegedokumentation. Dasselbe gilt für die Kreisklinik Groß-Gerau. Dazu wurde der Vertrag um acht Jahre verlängert.

Kampfansage an KIS-Wettbewerber

Die Gesundheitssparte der Deutschen Telekom setzt weiter auf Expansion im KIS-Umfeld: Telekom Healthcare Solutions hat in den vergangenen Monaten sowohl neue Verträge mit Kliniken geschlossen als auch Vereinbarungen mit bestehenden Krankenhäusern verlängert und ausgebaut. „Wir wollen im Markt weiter attackieren“, sagt Geschäftsführer Lorenz. Mit iMedOne Mobile habe man „das innovativste System für Krankenhäuser“ im Portfolio.