COPD-Patienten profitieren von Telemedizin

Im Rahmen einer Studie untersuchen Wissenschaftler, ob und wie COPD-Patienten von Telemedizin profitieren. (Foto: adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Dank Telemedizin müssen COPD-Patienten seltener in die Klinik. Außerdem lassen sich dadurch Behandlungskosten sparen. Zu diesem Ergebnis kommen erste Ergebnisse einer  Studie in fünf Schweizer Kliniken. Demnach senkt Telemedizin die Hospitalisierungsrate von an COPD (chronic obstructive pulmonary disease) Erkrankten um ein Viertel.

In der Studie setzen das Kantonsspital St. Gallen, das Universitätsspital Zürich und drei weitere Schweizer Spitäler das elektronische Gesundheitsdossier Evita von Swisscom für das Monitoring von insgesamt 175 COPD-Patienten ein. Diese Patienten werden zunächst sechs Monate lang mit den klassischen Betreuungsmethoden ohne telemedizinische Überwachung versorgt. In weiteren sechs Monaten beantworten sie in Evita übers Handy oder Tablet täglich sechs Fragen zu ihrem Gesundheitszustand. In den an der Studie beteiligten Krankenhäusern laufen alle Informationen in Echtzeit zusammen. Sobald die Werte eines Patienten besorgniserregend sind, wird er direkt vom Studienteam kontaktiert und telefonisch beraten. Dadurch sollen die Betroffenen zeitnah und nach Möglichkeit bei sich zu Hause versorgt werden.

Vielversprechende Ergebnisse für COPD-Patienten

Die Studie läuft noch bis Sommer 2019. Bereits jetzt zeigen erste Ergebnisse, dass der Telemedizin-Einsatz qualitativ und quantitativ erfolgversprechend ist. Demnach fühlen sich Patienten, die beide Studienphasen abgeschlossen haben, mit Telemedizin besser betreut als ohne. Ein Viertel der Patienten verbesserte seine Werte beim anerkannten COPD Assessment Test. Bei diesem Test wird der Gesundheitszustand mittels eines standardisierten Fragebogens bewertet. Die Hospitalisierungsrate aufgrund akuter Zustandsverschlechterungen lag um ein Viertel tiefer als ohne Monitoring. Auch die COPD-bezogenen Behandlungskosten waren während des Telemedizin-Einsatzes um 44 Prozent geringer als zuvor.

„Wir konnten bisher zeigen, dass wir mit dem Einsatz des elektronischen Gesundheitsdossiers die Lebensqualität von COPD-Patienten erhöhen und Hospitalisationen vermindern können“, sagt Studienleiter Dr. med. Frank Rassouli vom Kantonsspital St. Gallen. Jeder vermiedene Notfalleintritt spare dem Gesundheitswesen einige tausend Franken. Prof. Dr. med. Gregor Zünd, CEO und Vorsitzender der Spitaldirektion des Universitätsspitals Zürich, ist davon überzeugt, dass die Digitalisierung in der Medizin gefördert werden muss, damit Patienten zunehmend auch zu Hause betreut werden können.

Mehr Qualität und Effizienz dank Digitalisierung

Die beiden Wissenschaftler sind der Ansicht, dass das Potential der Digitalisierung noch lange nicht ausgeschöpft ist. „Digitalisierung ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn wir die Lebensqualität und Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten verbessern und die Effizienz in unserem Betrieb erhöhen wollen“, so Zünd. Und Studienleiter Rassouli ist zuversichtlich, dass auch die Schlussergebnisse der COPD-Studie das Potential des Telemedizin-Monitorings bestätigen werden.