Apps unterstützen Arzneimittelversorgung

Hessischer Gesundheitsminister Stefan Grüttner
Hessischer Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Neue Ansätze im Bereich Telemedizin weiter fördern“ (Foto: © HMSI)

Das Bundesland Hessen setzt sich für moderne Kommunikationstechnologien ein, mit deren Hilfe die Arzneimittelversorgung auch in ländlichen Regionen dauerhaft sichergestellt werden kann.

Wie kann die Digitalisierung in der Medizin dazu beitragen, dass die Arzneimittelversorgung verbessert wird? Der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner informierte sich in Bad Emstal über ein mustergültiges Beispiel: Die dort ansässige Beyl’sche Apotheke bietet einen Botendienst, eine Rezeptsammelstelle und stellt einen Bürgerbus zur Verfügung. „Wir wissen, dass gerade ältere Menschen eine gute medizinische Versorgung benötigen. (…) Gemeinsam werden wir den erfolgreichen Weg der Verbesserung der medizinischen Versorgung auch durch neue Ansätze im Bereich Telemedizin weiter fördern“, betonte der Gesundheitsminister.

Botendienst und Bürgerbus

Die Beyl’sche Apotheke verfügt über einen ausgeprägten Botendienst. Für mobilitätseingeschränkte Bürger gibt es außerdem einen Bürgerbus. Zusätzlich betreibt die Apotheke eine Rezeptsammelstelle: Die Rezepte werden gesammelt, meist in einer Art Briefkasten, der zweimal täglich von der Apotheke geleert wird. Die Arzneimittel werden abgeholt oder durch Boten ausgeliefert.

Digitale Ergänzungen

Unabhängig davon werden von den Apotheken vermehrt IT-Lösungen zum Kundenkontakt etabliert. Mittels Apps können die Patienten ihre Rezepte einscannen und eine Bestellung an die Apotheke ihre Wahl senden. Nach entsprechender Beratung wird das Arzneimittel vorbestellt und kann abgeholt oder per Bote zugesandt werden.

Wichtig ist hierbei, dass zwischen Patient und Apotheke eine gesicherte Verbindung aufgebaut wird bzw. verschlüsselt kommuniziert wird, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Der Hessische Apothekerverband HAV hat zusammen mit der Rezeptabrechnungsstelle ARZ in Darmstadt ein solches System aufgebaut, das im dritten Quartal 2017 für interessierte Apotheken freigeschaltet wird. Im Rahmen der Offensive ländlicher Raum und Entwicklung von Projekten zur Digitalisierung des Gesundheitswesens steht die Hessische Landesregierung im regen Austausch mit der Hessischen Apothekerkammer LAK und dem HAV.

Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen

„Moderne Kommunikationstechnologien werden eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung der Zukunft spielen. Wir werden die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voranbringen, auch um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern und auch in ländlichen Regionen die medizinische Versorgung sicherzustellen“, betonte Grüttner.