Ärzte und Pflegekräfte gesucht: Umfrage zu Patientensicherheit

Forscher befragen Ärzte und andere Mitarbeitende im Gesundheitswesen zum Thema Patientensicherheit. (Foto: romaset - Fotolia.com)

Eine Online-Umfrage zum Thema Patientensicherheit führt jetzt die Abteilung Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin der Jacobs University durch. Mitarbeitende in Gesundheitseinrichtungen können ab sofort an der Umfrage teilnehmen.

194 Länder, darunter auch Deutschland, beteiligen sich am „Welttag der Patientensicherheit“ („World Patient Safety Day“) am 17. September, den die Weltgesundheitsversammlung initiiert hat. Er stellt die Patientensicherheit in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung. Die Behandlung soll sicherstellen, dass Patienten möglichst nach wissenschaftlichen Standards und ohne Fehler oder vermeidbare Nebenwirkungen versorgt werden. Die vom Team um Dr. Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin an der Jacobs University durchgeführte Umfrage soll dazu die Sicht der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen einholen. Untersucht werden die Risiken für die Patientensicherheit sowie die Kommunikation im Gesundheitswesen und in Teams. An der Online-Befragung können alle Mitarbeiter mit Patientenkontakt teilnehmen. Dazu zählen neben Ärzten zum Beispiel Pflegekräfte, Hebammen, Psychologen, aber auch Patientenfürsprecher und andere ehrenamtliche Unterstützer. 

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie zufrieden die Befragten mit der aktuellen Situation und den (Arbeits-) Bedingungen sind und welche Faktoren für eine gute Kommunikation wichtig sind. Auch der Alltag im Gesundheitswesen soll beleuchtet werden. 

Arbeitsbedingungen wichtig

„Die Patientensicherheit wurde zwar als oberste Priorität erkannt, jedoch ist noch nicht klar genug, was alles die Patientensicherheit in der deutschen Gesundheitsversorgung gefährdet“, sagt Projektleiterin Christina Derksen aus dem Team um Prof. Lippke. Bisherige Forschungen lassen vermuten, dass die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen hier eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die Kommunikation innerhalb der sehr interdisziplinären Teams und mit Patienten und Angehörigen ist oft nicht einfach. Ergänzend meint Prof. Lippke: „Nur mit den ehrlichen Antworten von Mitarbeitern können wir ein gutes Verständnis davon bekommen, wo Verbesserungen notwendig sind.“ 

Konkrete Empfehlungen für den Klinikalltag 

Die Befragung findet im Rahmen eines Forschungsprojekts statt, das von der Jacobs University koordiniert wird und an dem auch das Universitätsklinikum Frankfurt, das Universitätsklinikum Ulm, das Aktionsbündnis Patientensicherheit sowie die Techniker Krankenkasse beteiligt sind. Aus den Erkenntnissen wollen die Wissenschaftler dann Empfehlungen für konkrete Maßnahmen erarbeiten, die die Bewältigung von Schwierigkeiten im Klinikalltag verbessern sollen. Wer teilnehmen will, kann die Umfrage ab sofort online aufrufen.