Verbesserter Notruf im O2-Netz

Rettungshubschraubereinsatz auf einer Landstraße
Rettungshubschraubereinsatz auf einer Landstraße: Der AML-Service wird sukzessive in allen rund 250 deutschen Rettungsleitstellen implementiert (Foto: © Jaromír Chalabala/123rf.com)

Telefónica Deutschland unterstützt ab sofort das neue Notrufsystem AML (Advanced Mobile Location), das eine genaue Ortung von Hilfesuchenden erlaubt. Die neue Technik steht allen Kunden von Telefónica Deutschland zur Verfügung, die ein Endgerät mit Android-Betriebssystem besitzen.

Das Notrufsystem AML übermittelt während einer Kontaktaufnahme über die Notrufnummer 112 den genauen Standort des Anrufers automatisch und bis auf wenige Meter genau an die Rettungsleitstelle. AML-Daten basieren auf exakten GPS-Koordinaten und sind damit weitaus genauer als die bisherige grobe Ortung über Funkzellen. Die Rettungsdienste können damit die Position von Hilfesuchenden exakt bestimmen und so schneller an den Einsatzort gelangen.

Gerade in ländlichen Regionen kann dieser Dienst hilfreich und zeitsparend sein. Wenn beispielsweise in der Nähe einer Unfallstelle nicht unmittelbar ein Straßenschild zu finden ist, ist es für Kunden in einem Notfall schwierig, ihren genauen Standort zu beschreiben. Auch wenn Personen auf Autobahnen, im Wald oder an abgelegenen Orten verunglücken, ist es oft nicht möglich, den Rettungsdiensten die exakte Position zu nennen. O2 Kunden und Kunden aller weiteren Marken und Partnermarken von Telefonica Deutschland erhalten in solchen Ausnahmesituationen nun digitale Hilfe.

 „Uns war es … ein besonderes Anliegen, das neue Notrufsystem AML in unsere Systeme zu integrieren. Das Zusammenspiel zwischen Netzbetreibern, Leitstellen sowie Endgeräte- und Softwareherstellern zeigt, wie die digitale Transformation konkreten Mehrwert für Verbraucher schaffen kann“, erläutert Pia von Houwald, Director B2P Digital Processes und Services bei Telefónica Deutschland.

O2-Netz leitet Retter gezielt zum Unfallort

Telefónica Deutschland hat das neue AML-Notrufsystem bereits in ihren Systemen freigeschaltet. In Zusammenarbeit mit den Rettungsleitstellen und den deutschen Netzbetreibern wurde das System im September 2019 bundesweit gestartet. Aufseiten der Behörden betreiben die Integrierte Leitstelle Freiburg-Breisgau Hochschwarzwald sowie die Berliner Feuerwehr den zentralen AML-Endpunkt. Der AML-Service wird nun sukzessive in allen rund 250 deutschen Rettungsleitstellen implementiert, die den Notruf 112 entgegennehmen. Aktuell kann rund ein Drittel aller Leitstellen die AML-Daten von Mobilfunkkunden empfangen.

Das AML-System ist ein integrierter Service, keine eigene App. Kunden müssen also keine Anwendung installieren oder anderweitig aktiv werden. Die Standortübermittlung ist für alle Mobilfunkkunden kostenfrei. AML ist auf allen Smartphones mit dem Google Betriebssystem Android ab der Version 4.0 integriert, sofern die Google Play Services installiert sind. Bei Google heißt der AML-Service Android Emergency Location Service (ELS).

Datenschutzkonforme Umsetzung

In puncto Datenschutz sind die Mobilfunkkunden laut Telefónica abgesichert: Google hat das Konzept so entwickelt, dass Standortdaten nur übermittelt werden, wenn der Smartphone-Nutzer die Notrufnummer 112 wählt. Die Daten werden nur eine Stunde lang im zentralen AML-Endpunkt gespeichert und danach endgültig gelöscht. Dann stehen sie nur noch der zuständigen Leitstelle zur Verfügung. Das Konzept wurde ausgiebig von einer Arbeitsgruppe der Datenschutzkonferenz, einem Gremium der unabhängigen deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder, geprüft.