Unterstützung bei der Pflegeheimsuche

Hilfestellung bei der Pflegeheimsuche
Hilfestellung im Altenheim: „Eine Pflegesituation ist immer individuell“ (Foto: © rawpixel/123rf.com)

Der Online-Kurzratgeber „Einblick Pflegeheimsuche“ des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen Hilfe, um ein passendes Pflegeheim zu finden. Die Suchenden erhalten konkrete Tipps, wie sie vorgehen sollten und welche zentralen Aspekte es zu bedenken gilt.

Wenn die Pflege zu Hause an Grenzen stößt, kann der Umzug in ein Pflegeheim notwendig sein. Aktuell leben von den etwa 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland rund 830.000 in einer stationären Pflegeeinrichtung. Meistens sind Angehörige entscheidend in die Heim-Auswahl eingebunden, da die meisten Pflegeheimsuchenden nicht mehr eigenständig in der Lage sind, selbst einen Platz zu suchen. 75 Prozent der Teilnehmer gaben dies in einer aktuellen Studie von ZQP, AOK Bundesverband und Charité- Universitätsmedizin Berlin an. Hierbei wurden über 5.000 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bundesweit befragt.

Wer ein Pflegeheim für einen nahestehenden Menschen sucht, will sicher gehen, dass es das Richtige ist. Die pflegebedürftige Person soll sich dort wohlfühlen und gut versorgt werden. Aber ein individuell passendes Pflegeheim zu finden, ist nicht immer einfach, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP: „Aus unserer Arbeit wissen wir: Viele Angehörige belastet die Suche sehr. Sie sind unsicher, wie sie vorgehen sollen und worauf bei der Auswahl zu achten ist. Teilweise kommen auch Schuldgefühle auf, weil Angehörige ihrem Nächsten ein Leben im gewohnten Umfeld nicht mehr ermöglichen können. Besonders schwierig wird es, wenn die Entscheidung für eine stationäre Einrichtung unter Zeitdruck fallen muss, weil die Pflege zu Hause plötzlich einfach nicht mehr geht.”

Anforderungen an das Pflegeheim

Um die Orientierung zu erleichtern, hat das ZQP nun einen Kurzratgeber als Onlineformat herausgegeben. Der „Einblick Pflegeheimsuche“ zeigt, wie man in fünf Schritten bei der Suche und Entscheidungsfindung vorgehen kann. Zunächst sollte man den Anspruch auf individuelle und ortsnahe Pflegeberatung nutzen. Dort kann man sich unter anderem zu Versorgungsangeboten beraten lassen. In einem zweiten Schritt sollte mit der pflegebedürftigen Person und weiteren Nahestehenden überlegt werden, welche konkreten Anforderungen an das Pflegeheim gestellt werden. Dabei können die aufgezeigten zehn wichtigen Aspekte bei der Pflegeheim-Wahl hilfreich sein. Dazu gehören zum Beispiel die Umgangsformen der Pflegenden, die Sicherheit bei der pflegerischen und ärztlichen Versorgung sowie die Ausstattung aber auch das Essensangebot oder die Lage der Einrichtung.

Anschließend steht die Recherche nach Pflegeheimen an – am einfachsten funktioniert das mittlerweile über das Internet. Sind dann potenzielle Heime gefunden, ist es ratsam, sich möglichst gemeinsam mit dem pflegebedürftigen Angehörigen einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Eine selbst erstellte Checkliste kann hilfreich sein, um die individuellen Anforderungen mit den Gegebenheiten vor Ort zu vergleichen. Um schließlich eine Auswahl zu treffen, eignet sich eine Art Konferenz mit allen für die Entscheidung relevanten Personen. Dabei müssen die Wünsche und Bedürfnisse des pflegebedürftigen Angehörigen im Mittelpunkt stehen.

Möglichst strukturierte Suche

Suhr dazu: „Eine Pflegesituation ist immer individuell. Darum sind frühzeitige Überlegungen, was die Anforderungen an eine Pflegeeinrichtung für einen bestimmten Menschen sind, so wichtig. Wenn der Zeitpunkt für einen Umzug dann näher rückt, gilt es, die Suche möglichst strukturiert anzugehen. Unser Leitfaden bietet Orientierung, worüber man nachdenken und sich informieren sollte – aber auch wie man vorgehen kann.“

Der „Einblick Pflegeheimsuche“ verfolgt keine kommerziellen Interessen. Er kann kostenlos über die Webseite des ZQP als PDF-Datei geladen werden.