Uniklinik Düsseldorf testet 5G-Drohnen

Testflug einer 5G-Drohne
Testflug: Eine 5G-Drohne transportiert parenterale Frühchen-Nahrung in die Kinderklinik des UKD. (Foto: Vodafone)

Das vorhandene Rohrpost-System auf dem Universitätsgelände könnte künftig durch 5G-Drohnen ergänzt werden. In Kooperation mit Vodafone ist der neuartige Kurierdienst jetzt für erste Praxistests abgehoben.

Auf dem rund 40 Hektar großen Gelände des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) spielt die interne Logistik eine wichtige Rolle. Rund um die Uhr müssen Medikamente an Ort und Stelle sein, wo sie gebraucht werden. Dafür sorgt auf dem Gelände in vielen Fällen ein Rohrpost-System. So gelangen auch Krankenakten in die Verwaltung und Blutproben ins Labor. Der Vorteil: Das Rohrpost-System reduziert zeitintensive Botengänge auf ein Minimum und beschleunigt den Transport. 

Der Nachteil: Zusätzliche Gebäude können nur durch aufwändige und kostenintensive Baumaßnahmen erschlossen werden. So wie das Gebäude der Kinderklinik. Wichtige Lieferungen, beispielsweise aus der Zentral-Apotheke, erhält das Pflegepersonal hier derzeit mittels eines Kurierdienstes. Eine Alternative dazu könnten per 5G-Mobilfunk vernetzte Drohnen sein. Vodafone und das UKD haben die „Luftpost“ jetzt für erste Tests abheben lassen.

„Wir haben über innovative Lösungsansätze zur Optimierung logistischer Abläufe nachgedacht“, erläutert Dr. Christina Westhoff, Leiterin der Zentralapotheke am UKD. „Das Ziel dieser Überlegungen: Wo möglich und sinnvoll, die Automatisierung von Routine-Abläufen zu testen, um zukünftig einen verlässlichen, schnellen und priorisierten Transport über den Luftweg zu ermöglichen.“

450 Meter in 40 Sekunden

Wie zum Beispiel der Transport von parenteraler Ernährung, welche täglich von den Mitarbeitenden der Zentral-Apotheke für die Frühchen in der Kinderklinik zubereitet wird. Genau diesen Transport der Nährstofflösung übernahm bei einem Testflug nun erstmals nicht der Kurierdienst, sondern eine 5G-vernetzte Drohne. Innerhalb von 40 Sekunden legte die Drohne eine Distanz von 450 Metern zurück und landete, inklusive Päckchen, sicher auf dem Dach der Kinderklinik. Dank Echtzeit-Netz wäre ein solcher Flug bereits heute komplett autonom und ohne manuelle Steuerung möglich.

„Mit 5G+ bringen wir Echtzeit-Mobilfunk ins Universitätsklinikum und Babynahrung bei ersten Tests in Rekordzeit dorthin, wo sie dringend benötigt wird“, erklärt Vodafones Innovations-Chef Michael Reinartz nach dem erfolgreichen Testflug. Durch unser 5G+-Netz und Technologien wie Network Slicing können laut Vodafone die notwendige Bandbreite und Latenz für autonome Drohnenflüge ausfallsicher bereitgestellt werden.

Zukunftsweisendes Beispiel

Künftig könnten im Klinikalltag auch weitere Medikamente per Drohne schnell über den direkten Luftweg des UKD transportiert werden. Und auch in anderen Branchen kommen Drohnen immer häufiger zum Einsatz: Allein in Deutschland stieg die Anzahl kommerziell genutzter Drohnen innerhalb von zwei Jahren (2019-2021) um 138 Prozent auf 45.200 (Studie des Verbands unbemannter Luftfahrt aus dem Jahr 2021). Bis 2025 könnten knapp 1,5 Millionen vernetzte Drohnen durch den west-europäischen Luftraum fliegen. Bis 2030 könnten es bereits 4,3 Millionen sein.

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