Studienplattform zu Allergien geht online

Allergisches Asthma kann die Lebensqualität einschränken. (Foto: Orawan - Fotolia.com)

Die bundesweit erste Plattform für klinische Studien zu Allergien hat der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München eingerichtet. Hier sollen sich Patienten über Möglichkeiten informieren können, an Studien zu ihrem allergischen Krankheitsbild teilzunehmen. Zu Beginn stehen insbesondere Studien zu häufigen allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neurodermitis im Fokus.

Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden an mindestens einer Allergie und müssen zum Teil deutliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität hinnehmen. Dem gegenüber stehen vergleichsweise wenige neue Behandlungsansätze. Hier will die neue Plattform ansetzen und als Orientierung für Patienten, Ärzte und Forschende dienen. Für jede Studie finden sich neben Angaben zum Krankheitsbild, zu Aufnahmekriterien und Untersuchungsrahmen auch Informationen über Finanzierungsquellen und Ansprechpartner in den teilnehmenden Studienzentren. Außerdem gibt es auf der Plattform Hinweise zur Organisation von Studien und zu den Rechten der Patienten.

Geprüfte Studien zu Allergien

Eine Steuerungsgruppe aus fünf Allergologen deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen begutachtet jede Studie, ehe sie auf der Plattform veröffentlicht wird. „So stellen wir sicher, dass nur Informationen zu seriösen wissenschaftlichen Studien die Patienten erreichen“, erläutert Prof. Dr. Thomas Werfel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und Mitglied der Steuerungsgruppe im wissenschaftlichen Beirat des Allergieinformationsdienstes. Die DGAKI unterstütze dieses neue Angebot ausdrücklich.

„Patienten erhalten mit der Studienplattform die Möglichkeit, sich schnell einen Überblick über aktuelle Studien zu allergischen Krankheitsbildern zu verschaffen“, so Prof. Günther Wess, CEO des Helmholtz Zentrums München. Doch könne dies nur ein Anfang sein. „Generell muss die Allergieforschung in Deutschland einen deutlich höheren Stellenwert erhalten“, ist Prof. Wess überzeugt. Die Initiatoren der Plattform legen nach eigenen Angaben großen Wert auf Transparenz, beispielsweise bei der Offenlegung gegebenenfalls beteiligter Firmen.

Studien zu Diabetes und Lungenerkrankungen finden

Das Helmholtz Zentrum München hat in den letzten fünf Jahren zu allen drei medizinischen Forschungsschwerpunkten eigene Informationsdienste und darin verankerte Studienplattformen entwickelt. Neben dem Allergieinformationsdienst stehen Angebote für Diabetes und Lungenerkrankungen  zur Verfügung.  Patienten und Ärzte können dadurch auch klinische Studien zu diesen Schwerpunkten finden.