Social Media wird in der Medizintechnik wichtiger

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Soziale Netzwerke: Anfang 2016 nutzten 28 Millionen Menschen in Deutschland Facebook, 21 Millionen davon jeden Tag. (Foto: © Cybrain/fotolia.com)

Social Media gewinnt für medizintechnische Unternehmen weiter an Bedeutung. 80 Prozent halten soziale Netzwerke für ihre Unternehmenskommunikation für wichtig.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). Bei der letzten Umfrage 2013 lag der Wert bei 70 Prozent, 2012 nur bei 58 Prozent. 16 Prozent der knapp 70 MedTech-Unternehmen, die sich an der BVMed-Umfrage beteiligten, bezeichnen sich selbst als „sehr aktiv“, 27 Prozent als „zunehmend aktiv“. 52 Prozent der Unternehmen verfügen mittlerweile über eine gesonderte Social Media-Guideline für ihre Mitarbeiter. 2013 lag dieser Wert bei nur 31 Prozent. Ein Viertel der Unternehmen hat eine gesonderte und dokumentierte Social Media-Strategie, bei einem weiteren Viertel ist sie Bestandteil einer Gesamt-Kommunikationsstrategie.

Die Stärken von Social Media-Kanälen werden vor allem in der Dialogmöglichkeit (88 Prozent) und der Schnelligkeit (84 Prozent) gesehen. Social Media wird in erster Linie zum Verbreiten eigener Meldungen (59 Prozent) und zum Dialog mit Kunden (35 Prozent) genutzt. Mehr als ein Drittel der Unternehmen setzen Twitter, Facebook und Co. aber auch zum Themen-Monitoring ein. 23 Prozent der Befragten sagen, keine Social Media-Kanäle zu nutzen.

Youtube beliebtestes Werkzeug

Der wichtigste Kanal für KMedizintechniker ist dabei Youtube. 77 Prozent der befragten Unternehmen nutzen ihn. 2013 waren es 62 Prozent. Noch vor Facebook (52 Prozent) liegen die Job-Netzwerke Xing und LinkedIn (jeweils 53 Prozent), was die gestiegene Bedeutung von Arbeitgebermarken und Recruiting über Social Media belegt. 44 Prozent der Unternehmen, die sich an der BVMed-Umfrage beteiligten, nutzen Twitter als Kommunikationskanal.

Webinare mehr gefragt

Gestiegen ist auch die Bedeutung von Webinaren. 25 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diese Möglichkeit bereits. Weitere 16 Prozent planen, noch in diesem Jahr erstmals Webinare anzubieten. Nachrangig ist in der Medizintechnik-Branche die Nutzung von Google plus (18 Prozent), Blogs (16 Prozent), Wikis (14 Prozent) und RSS-Feeds (5 Prozent) – womit sie sich von anderen Branchen kaum unterscheidet.

Genutzt werden soziale Netzwerke in erster Linie von der Unternehmenskommunikation zur Imagepflege (70 Prozent), vom Marketing zur Produkteinführung (56 Prozent) und von der HR-Abteilung zur Personalrekrutierung (55 Prozent). Als wichtigste Hinderungsgründe einer stärkeren Social Media-Nutzung im Unternehmen werden fehlende Ressourcen (64 Prozent) sowie die Sorge vor Kontrollverlust (39 Prozent) genannt.

Nach Ansicht des BVMed können Social Media-Angebote bei vielen Unternehmensaufgaben unterstützen: von der Kommunikation mit Medien, Meinungsführern und Kunden, in Marketing und Vertrieb, in Recruiting und Employer Branding bis hin zur Erschließung neuer Zielgruppen und zur Einbeziehung von Nutzern bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. „Neben diesen vorrangigen Unternehmenszielen sollten die wichtigsten Funktionen von Social Media nicht vergessen werden – die Kommunikation und die Interaktion, kurz: der Dialog“, erklärt BVMed-Kommunikationsleiter Manfred Beeres.