Rollout von MedNetNord beginnt

Minister Reinhard Meyer
Der schleswig-holsteinische Minister Reinhard Meyer bewertet MedNetNord als wichtigen Schritt für die Gesundheitswirtschaft des Landes. (Foto: CGM Deutschland AG)

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat eine überregionale Telematikplattform aufgebaut. „MedNetNord“ soll eine schnelle und sektorenübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen.

Ziel des aufwändigen Projekts ist die Verbesserung der Versorgungsqualität durch einen ungehinderten Informationsfluss über die Einrichtungs- oder Sektorengrenzen hinweg. Genutzt werden dabei die Technologien CGM Jesajanet der CGM Deutschland AG und KV SafeMail der KV Schleswig-Holstein. Die gemeinsame Initiative des UKSH, CompuGroup Medical Deutschland AG, der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein und des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie fokussiert die elektronische Vernetzung für die Ärzte in Kliniken und Praxen des nördlichsten Bundeslandes.

Landesweiter Rollout

Im Juni wurden bereits die ersten elektronischen Arztbriefe sowie Event-Informationen mit niedergelassenen Ärzten der pilotierenden Disziplinen des UKSH, der Klinik für Urologie am Campus Kiel sowie der Klinik für Augenheilkunde am Campus Lübeck, über die neue Telematikplattform ausgetauscht. Der flächendeckende Rollout ist für die kommenden Monate vorgesehen.

Die Projektpartner realisieren bei MedNetNord eine EU-konforme und sichere Unterstützung ihrer ambulanten und sektorenübergreifenden Versorgungsstrukturen durch die überregionale Plattform. Künftige digitale und organisatorische Entwicklungen können bei der skalierbaren Lösung aufgefangen und abgebildet werden. Insbesondere sollen sich künftig neben den Gesundheitsdienstleistern auch die Patienten selbst der digitalen Plattform anschießen können. Erfüllt wird so auch die Forderung nach mehr Transparenz und Autonomie über die eigenen Gesundheitsdaten.

Alles wird „e“

„Mit der Telematikplattform MedNetNord stellen wir uns der Herausforderung einer effizienten Interaktion mit unseren Partnern in der Medizin. eArztbriefe übermitteln wir bereits jetzt. eMedikationsplan, eVor- und eNachsorgedaten schalten wir demnächst frei. Unsere Patienten profitieren durch schnellere Reaktionszeiten in der Diagnostik und Therapie“, freut sich Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, „unsere Basis ist dabei eines der modernsten medizinischen Rechenzentren, das wir auf dem Campus Lübeck errichtet haben.“

KV Schleswig-Holstein sieht hohen Nutzen

Auch aus Sicht der niedergelassenen Ärzte ist die gemeinsame Initiative ein positives Zeichen. Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KV Schleswig-Holstein erklärt: „Die Übermittlung des elektronischen Arztbriefes nach dem Krankenhausaufenthalt ist für die Arztpraxen und die Patienten von hohem Nutzen. Die Initiative hat daher unsere volle Unterstützung.“

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie in Schleswig-Holstein, bewertet das Projekt als wichtigen Schritt für die Gesundheitswirtschaft des Landes: „Schleswig-Holstein verfügt über eine starke und innovative Gesundheitswirtschaft, die sich den Herausforderungen des demografischen Wandels mit intelligenten Lösungen in Zusammenarbeit mit guten Partnern stellt“.

Info
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Standorten Kiel und Lübeck ist eines der größten medizinischen Zentren Europas. Der einzige Maximalversorger des nördlichsten, deutschen Bundeslandes gewährleistet jährlich die Diagnostik und Therapie für 500.000 Menschen – jedes sechsten Einwohners – und erbringt ein Viertel aller Krankenhausleistungen. Als größter Arbeitgeber und wichtiger Ausbildungsbetrieb des Landes beschäftigt das UKSH 13.000 Mitarbeiter. Das UKSH generierte 2015 eine Bilanzsumme von rund 1,17 Milliarden Euro.