Medizintechnik-Branche sollte Data Governance fokussieren

Computertastatur mit Sondertaste "Data Governance"
Data Governance: Medizintechnikhersteller sollten die Datenschwemme, die das Internet der Dinge auslöst, als Chance nutzen (Foto: © momius/fotolia.com)

Das Aalener Beratungsunternehmen SDZeCOM sagt, dass Medizintechnikhersteller das Thema Data Governance strategisch angehen sollten. Angesichts komplexer Herausforderungen schaffe dies die erforderliche solide Datenbasis, um neue Strategien vorzubereiten und umzusetzen.

Die Medizintechnik-Branche muss derzeit zahlreiche Herausforderungen bewältigen: Immer strengere, regulatorischen Auflagen, komplexe Produkteinführungen und Produktfälschungen sind Kernthemen. Zudem produzieren Medizingeräte immer mehr klinische Daten. Auch neue Geschäftsmodelle wie PaaS beschäftigen die Branche.

Datenflut in den Griff kriegen

Die Berater von SDZeCOM raten angesichts dieser Themen zu vorausschauenden Investitionen im Bereich Data Governance. Data Governance handelt von der Konvergenz von Datenqualität, Datenmanagement, Datenrichtlinien, Geschäftsprozessmanagement und Risikomanagement rund um den Umgang mit Daten in einem Unternehmen.

Die Realität sieht nach Einschätzung von SDZeCOM vielerorts anders aus: Unternehmen würden nach wie vor mit einzelne, voneinander isolierte Datensilos nutzen, in denen zum Teil widersprüchliche Informationen zu Produkten und Komponenten vorgehalten werden. Kritisch werde es dabei dann, wenn Daten-, Kennzeichnungs- oder Verpackungsfehler von Produkten im Nachgang Patienten gefährden und Strafprozesse nach sich ziehen. Bisher zieht die Branche noch nicht die richtigen Konsequenzen aus den Risiken, meinen die schwäbischen Berater: Wenn Medizintechnikunternehmen derzeit in die Optimierung der Stammdatenverwaltung investieren, stehen laut SDZeCOM dahinter fast ausnahmslos Compliance-Gründe, zum Beispiel die UDI-Standards.

SDZeCOM rät dazu, die Möglichkeit, Geschäftsprozesse zu straffen und Daten zu organisieren, nicht isoliert zu betrachten. Vielmehr müsse man das Thema Datenverwaltung auch als Basis verstehen, um neue Geschäftsmodelle zu implementieren und die Datenschwemme, die das Internet der Dinge auslöst, als Chance zu nutzen.

Business-Umfeld verändert sich

Die Medizintechnikbranche setzt verstärkt auf neue Geschäftsmodelle, allen voran das Prinzip „Product-as-a-Service (PaaS)“. Unternehmen mit einer effizienten Datenverwaltung können die Performance im Rahmen einer PaaS-Vereinbarung bereitgestellter Produkte deutlich einfacher und preiswerter überwachen. Obendrein könnten Unternehmen so bestimmte Muster, die zu technischen Problemen führen, einfacher identifizieren, etwa Komponenten mit hoher Fehleranfälligkeit, die modifiziert oder anderweitig beschafft werden sollten.

Die 1995 gegründete SDZeCOM GmbH & Co. KG positioniert sich als Systemintegrator von Lösungen für (Produkt-) Datenmanagement. SDZeCOM gehört zur SDZ-Gruppe mit rund 360 Mitarbeitern.