Initiative will Faxgeräte verbannen

Klassisches Faxgerät
Faxgerät: „Digitale Haltung fehlt Ärzten häufig noch“ (Foto: fult/photocase.com)

Die neu gegründete Initiative #faxendicke hält Faxgeräte für ein Sicherheitsrisiko im Gesundheitsbereich. Sie setzt sich für digitale Alternativen und den Schutz von Patientendaten ein. Dazu hat sie jetzt die Petition „Fax in der Medizin ersetzen“ gestartet.

Der erste „Fernkopierer“ kam im Jahr 1974 auf den Markt, im Jahr 1979 wurde der Faxdienst in Deutschland von der damaligen Deutschen Bundespost eingeführt. Ein echter Erfolg, denn die Technik wird bis heute ohne große Änderungen genutzt. Insbesondere Arztpraxen, Kliniken und Anwaltskanzleien gelten als treue Fans und stete Nutzer der betagten Kommunikationstechnologie.

Die im September 2018 gegründete Initiative #faxendicke für sichere Kommunikation in der Medizin setzt sich dafür ein, dass sich der Gesundheitsbereich vom Fax verabschiedet. Initiatoren sind der Gesundheitsanbieter connected-health.eu GmbH, Frank Stratmann (Bundesverband Internetmedizin) und der Gesundheitsunternehmer Professor Heinz Lohmann (Gesundheitsunternehmer). Die Initiative will über Risiken und Folgen von Datenverlust durch Faxgeräte aufklären. Ziel ist es, das Fax als Standard-Medium in der Medizin abzulösen und durch sichere, digitale Lösungen zu ersetzen.

Einfache, aber unsichere Technik

Zu diesem Zweck hat #faxendicke eine Online-Petition ins Leben gerufen, die sich mit Forderungen an den Bundesausschuss Ärzte und das Bundesgesundheitsministerium richtet. „Die Medizin muss endlich ins 21. Jahrhundert kommen. So einfach das Versenden eines Faxes auch sein mag, es ist eine alte, unverschlüsselte Technologie, bei der die Qualität der Daten zusätzlich stark leidet”, sagt Dr. med. Johannes Jacubeit, Gründer und Geschäftsführer der connected-health.eu GmbH.

Vergütung digitaler Lösungen gefordert

Mit der Petition fordert die Initiative #faxendicke eine finanzielle Vergütung digitaler Lösungen, mehr Entscheidungsfreiheit für Ärzte und Klinikmitarbeiter und einen freien Markt für digitale Anwendungen in der Gesundheitsbranche. „Es ist wichtig, realistische Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu finden. Die bisherigen Konzepte sind oft unrealistisch und ineffektiv“, meint Gesundheitsunternehmer Lohmann.

Fax ist noch Standard

Obwohl Faxgeräte anfällig für Hackerangriffe sind und Sicherheitslücken aufweisen, kommen sie in der Gesundheitsbranche immer noch täglich zum Einsatz. Rund 80 Prozent der Ärzte senden Arztbriefe an niedergelassene Kollegen per Fax. Das ergab eine Umfrage der CompuGroup Medical und des Springer Medizin Verlages.

Sich vor digitalen Neuerungen nicht zu verschließen, fordert Frank Stratmann vom Bundesverband Internetmedizin: „Es geht gar nicht um das Fax. Es geht um Zukunftsfähigkeit durch Anschlussfähigkeit. Eine digitale Haltung, die Ärzten häufig noch fehlt.“

Online-Petition “Fax in der Medizin ersetzen – sensible Daten schützen” unter www.change.org/faxendicke