Hörimplantat mit direkter iPhone-Anbindung

Die abgebildete Hörhilfe Nucleus 6 ist der Vorgänger des jetzt vorgestellten Implantats
Nucleus 6 ist der Vorgänger des jetzt vorgestellten Implantats. (Foto: Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG)

Der Hersteller Cochlear Ltd. wird sein neues Hörimplantat „Nucleus 7“ künftig ohne Bluetooth-Zwischenstück direkt mit iOS-Geräten von Apple verbinden. Gemeinsam mit Apple wurde hierfür ein „Made for i“-Chip entwickelt.

Der Audioprozessor Nucleus 7, der außerhalb des Ohres sitzt, erhält eine direkte Anbindung an Apple-Geräte mit iOS. Der kommende „Nucleus 7“ ist damit dann laut Hersteller die weltweit erste „Made for iPhone“ Cochlea-Hörhilfe, die es Benutzern ermöglicht, Klang von iPhone, iPad und iPod touch direkt auf das Hörgerät zu streamen. Das Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv nicht funktionsgestört ist.

Nutzer von Cochlea-Implantaten benötigten hierfür bislang neben dem Audioprozessor und dem Implantat noch ein kleines Zwischenstück mit Bluetooth-Funktionalität. Es musste beispielsweise um den Hals getragen werden. Diese Einschränkung fällt mit der neuen Generation nun weg.

Mit der kommerziellen Verfügbarkeit des Nucleus 7 bietet Cochlear auch die erste „Made for iPhone“ Smart Bimodal Lösung, eine Kombination aus einem Cochlea-Implantat in einem Ohr und einem Hörgerät im anderen. Dadurch können beide Hörsysteme synchronisiertes Streaming bieten. Mit Hilfe der Nucleus Smart App, die zum Download kostenlos im App Store verfügbar ist, können die Nutzer künftig direkt von einem kompatiblen iPhone, iPad oder iPod touch aus ihr Hörvermögen steuern.

Telefonieren trotz Gehörlosigkeit

Cochlear-CEO Chris Smith begrüßt die kürzlich erteilte Zulassung des Nucleus 7 von der US Food and Drug Administration (FDA). Die Genehmigung sei ein Wendepunkt für Menschen mit Hörverlust. Sie seien künftig, ohne eine zusätzliche Hardware nutzen zu müssen, dazu in der Lage, Anrufe zu tätigen, Musik in hochwertigem Stereo-Sound zu hören, Videos zu sehen oder FaceTime-Gespräche zu führen, erklärt Smith. Über eine Suchfunktion lässt sich eine verloren gegangene Hörhilfe wieder auffinden.

„Die Fähigkeit, beide Hörsysteme über ein iPhone oder einen iPod touch zu kontrollieren und ein nahtloses Hörvermögen zwischen ihnen zu schaffen, ist ein bemerkenswerter technologischer Fortschritt“, ergänzt dazu Cochlear-Entwicklungschef Jan Janssen.

Akkuleistung deutlich verbessert

Auch die Gerätegröße konnte weiter reduziert werden: Der Nucleus 7 ist 25 Prozent kleiner und 24 Prozent leichter als die vorherige Generation Nucleus 6. Die Technologie priorisiert Stimmen über Hintergrundgeräusche auch in einer lauten Umgebung. Ein neuer Chip sorgt zudem für eine effizientere Signal-Verarbeitung, wodurch den Nutzern eine bis zu 50 Prozent längere Akkulaufzeit zur Verfügung steht.

Cochlear ist einer der weltweit größten Anbieter von implantierbaren Hörlösungen. Ähnliche Lösungen wie Nucleus 7 bietet beispielsweise auch der dänische Hörgerätehersteller GN Resound an.