DHL-Prüfsiegel für Blutdruck-Apps

Die Deutsche Hochdruckliga prüft und zertifiziert nun Blutdruck-Apps (Foto: © microgen/ 123RF.com).

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) zertifiziert jetzt Blutdruck-Apps. Geprüft werden Sicherheit, Leitlinienkonformität, Nutzerfreundlichkeit und Transparenz. Die qualitative Bewertung erfolgt durch Experten der Hochdruckliga und durch Betroffene.

Zur Zertifizierung prüft die DHL die Apps zudem inhaltlich auf Neutralität und Fachlichkeit, Evidenz und Leitlinienkonformität sowie Ausgewogenheit und Aktualität. Auch die Fehlerkultur des Anbieters wird berücksichtigt. Zudem werden Benutzerfreundlichkeit, Praktikabilität, Datenschutz, Datensicherheit und Transparenz beurteilt.

„Immer mehr Menschen nutzen Apps zur Unterstützung der Bluthochdrucktherapie. Auf dem Markt sind verschiedene Anbieter, doch nicht alle bieten valide Informationen und leitlinienkonforme Applikationen“, sagt Professor Dr. Bernhard Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, und ergänzt: „Um unseren Patienten die bestmögliche Orientierung zu bieten, haben wir uns entschlossen, die Angebote zu zertifizieren und prüfen die Apps auf Antrag der Hersteller.“

22 KO-Kriterien

Die Deutsche Hochdruckliga hat für die Bewertung der Apps darüber hinaus eine Liste von 22 „KO-Kriterien“ erarbeitet. Wenn eine App gegen eines dieser Kriterien verstößt, erfolgt keine Zertifizierung. Dazu zählen beispielsweise technische Kriterien wie ein fehlendes Impressum oder die fehlende Transparenz im Hinblick auf die Finanzierung, aber auch inhaltliche Kriterien wie die Nicht-Berücksichtigung von Leitlinien. Auch die Benennung von Experten, die bei der Entwicklung der App eingebunden waren und die von der DHL nicht als ausreichend qualifizierte Bluthochdruckexperten eingestuft werden, sollen dazu führen, dass die entsprechende App nicht zertifiziert wird.

Die inhaltliche Beurteilung von elektronischen Gesundheitshelfern sieht Prof. Krämer in der Verantwortung der medizinischen Fachgesellschaften und nicht bei einzelnen Akteuren und Experten. Einzig medizinische Fachgesellschaften seien die Kompetenzstelle für das jeweilige Fachgebiet. „Sie erarbeiten Leitlinien beziehungsweise evaluieren internationale Leitlinien und sorgen dafür, dass aktuelle Erkenntnisse die Ärzte- und Patientenschaft erreichen. Sie sind hochspezialisiert und werden von mehreren Experten geleitet“, so der DHL-Vorsitzende. Daher gehört seiner Ansicht nach die Zertifizierung von Gesundheitsapps in das Portfolio medizinischer Fachgesellschaften.