Bosch-Stiftung baut Förderprogramm aus

Außenaufnahme Robert Bosch-Stiftung in Stuttgart
Robert Bosch-Stiftung in Stuttgart (Foto: Michael Fuchs)

Mit dem Förderprogramm „supPORT – Auf dem Weg zu Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung ab sofort bundesweit acht Initiativen dabei, sich in Gesundheitszentren weiterzuentwickeln.

Die Robert Bosch Stiftung bietet damit eine Fördermöglichkeit, die das seit 2017 bestehende Programm „PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ ergänzt. PORT wird derzeit an fünf Standorten in Deutschland umgesetzt. Ziel ist die Einführung lokaler Gesundheitszentren, die eine umfassende Grundversorgung der Bevölkerung in einer Region gewährleisten und eine bessere Versorgung chronisch kranker Menschen aus einer Hand ermöglichen.

Versorgung chronisch Kranker

Die Versorgung chronisch kranker Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Bereits heute werden über 75 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland für die Behandlung chronisch Kranker benötigt. In den kommenden Jahren wird die Zahl der chronisch und mehrfach erkrankten Menschen weiter zunehmen. Gleichzeitig stehen weniger Gesundheitsfachkräfte zur Verfügung, vor allem in strukturschwachen Regionen.

„Unser Gesundheitssystem ist aufgrund seiner historischen Entwicklung weitgehend auf die Behandlung akuter Erkrankungen ausgerichtet“, sagt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung. „Die Versorgung chronisch kranker Menschen findet vorwiegend in Hausarztpraxen statt, die trotz großen Engagements mit den zunehmenden Herausforderungen im Versorgungsalltag zu kämpfen haben“. Auch für Patienten werde es zunehmend schwierig, das erforderliche Netzwerk an Unterstützern zu bilden und zu koordinieren, erläutert Klapper.

Erfolgreiche Beispiele in Ländern wie Kanada oder Schweden zeigen, dass lokale Gesundheitszentren den komplexen Versorgungsbedarf von chronisch kranken Menschen auffangen und die Primärversorgung einer Region mit abdecken können. An diesen Vorbildern orientieren sich die PORT-Zentren. Mit „supPORT“ wird der Kreis derjenigen, die sich für den PORT-Ansatz einsetzen, erweitert.

Kreis engagierter Akteure wächst

„Mit der Ausschreibung von supPORT geben wir weiteren engagierten Akteuren die Möglichkeit, bereits bestehende Kooperationen und Zusammenschlüsse in Richtung eines PORT-Zentrums weiterzuentwickeln”, erklärt Klapper. „Unser Ziel ist eine zukunftsfähige, ambulante Primärversorgung, die sich am Patienten orientiert und ihn beim Umgang mit seiner Krankheit unterstützt.“

Die Initiativen, die das supPORT-Programm fördert, zeichnen sich durch eines oder mehrere der folgenden PORT-Merkmale aus: Sie sind auf den regionalen Bedarf abgestimmt, setzen eine patientenzentrierte, koordinierte, kontinuierliche Versorgung um und arbeiten als multiprofessionelles Team aus Gesundheits-, Sozial- und anderen Berufen auf Augenhöhe. Sie schließen Prävention und Gesundheitsförderung mit ein, stärken die Eigenverantwortung der Patienten und nutzen dabei auch neue Chancen wie eHealth.

Eine Expertenjury hat in einem mehrstufigen Verfahren aus rund 100 Bewerbungen acht supPORT-Vorhaben ausgewählt, deren Umsetzung die Stiftung in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 800.000 Euro unterstützt. Die Förderung wird begleitet durch Vernetzungstreffen, internationale Fachtagungen, Expertenberatung und Studienreisen zu vorbildlichen Einrichtungen im Ausland.

Zu den acht Initiativen gehören:

– Gesundheitszentrum Dornhan, Baden-Württemberg

– Medizinisches Versorgungszentrum Dachau, Bayern

– Thomas-Müntzer-Gesundheitszentrum/Krankenhaus Lutherstift,  Brandenburg

– Poliklinik Veddel, Hamburg

– Zentrum der Medizinischen Versorgung Darmstadt-Dieburg, Hessen

– Heilhaus Kassel gGmbH, Hessen

– Hausarztzentrum Brüggen, Nordrhein-Westfalen

– Medizinisches Versorgungszentrum/Klinikum Mittelmosel,  Rheinland-Pfalz