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Warum KI allein das Gesundheitswesen nicht digitaler macht

Dr. Eckart Pech, Chief Business Officer Health der init AG, sieht das Zusammenspiel von Grundlagen mit neuen Technologien in Verbindung mit Veränderungsmanagement als entscheidend für die kommende Digitalisierungsphase (Foto: © init AG)

Interoperabilität, einheitliche Prozesse und Veränderungsmanagement gelten unter befragten Führungskräften als zentrale Voraussetzungen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Gleichzeitig erhalten nach ihrer Einschätzung KI und einzelne Digitalprojekte deutlich mehr Aufmerksamkeit. Das zeigt eine aktuelle, nicht repräsentative Befragung von 106 Entscheiderinnen und Entscheidern.

Nicht neue Technologien allein, sondern funktionierende Grundlagen entscheiden darüber, ob Digitalisierung im Versorgungsalltag ankommt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Wegweiser Digitalisierung im öffentlichen Gesundheitswesen, die das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag der init AG durchgeführt hat. 80 Prozent der Befragten sehen Interoperabilität und einheitliche Standards als zentrale Voraussetzung für die nächste Digitalisierungsphase. Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen erwartetem Nutzen und wahrgenommener Aufmerksamkeit bei den Arbeitsabläufen: 97 Prozent erwarten von einheitlichen Workflows einen hohen Nutzen, aber nur 10 Prozent sehen das Thema ausreichend berücksichtigt.

Veränderungsmanagement bleibt im Hintergrund

Ähnlich fällt die Bewertung beim Veränderungsmanagement aus. 96 Prozent der Befragten messen Qualifizierung und Befähigung einen hohen Nutzen bei, während nur sieben Prozent eine entsprechende Aufmerksamkeit wahrnehmen. Auch moderne IT-Architekturen und Cloud-Betrieb zeigen eine große Lücke: 84 Prozent erwarten davon einen hohen Nutzen, lediglich sieben Prozent sehen das Thema derzeit ausreichend berücksichtigt. Nach Einschätzung der Befragten konzentriert sich der Digitalisierungsdiskurs dagegen vergleichsweise stark auf Einzelprojekte, KI und andere Zukunftstechnologien. Die Kritik richtet sich dabei nicht grundsätzlich gegen deren Einsatz, sondern gegen die Gewichtung: KI-Anwendungen benötigen verlässliche Daten, Schnittstellen und Prozesse, damit sie im Alltag funktionieren können. Auch beim bestehenden Datenaustausch sehen viele Befragte Defizite. 57,5 Prozent bewerten ihn als weniger gut oder gar nicht gut, lediglich 3,8 Prozent als gut. Gewünscht werden insbesondere verbindliche Standards, einheitliche Schnittstellen und ein Datenaustausch ohne Medienbrüche.

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„Die Studienergebnisse machen deutlich, dass erst das Zusammenspiel von Grundlagen mit neuen Technologien in Verbindung mit Veränderungsmanagement entscheidend ist für die kommende Digitalisierungsphase“, ordnet Dr. Eckart Pech, CBO Health der init AG, die Ergebnisse ein.

Für die Untersuchung wurden zwischen dem 16. Juli und 17. August 2026 insgesamt 106 Führungskräfte und Entscheider telefonisch befragt. Darunter waren 30 Verantwortliche aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, 26 aus Public-Health-Institutionen und 50 von Leistungserbringern wie Universitätskliniken, kommunalen Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren. Die Stichprobe wurde gezielt zusammengestellt und ist nicht repräsentativ. Die Ergebnisse bilden deshalb Wahrnehmungen der befragten Entscheider ab und erlauben keine Hochrechnung auf das gesamte deutsche Gesundheitswesen. Als zentrale Handlungsfelder leitet die Studie daraus Verbinden, Vereinfachen und Befähigen ab: interoperable Systeme und Standards, einheitlichere Prozesse und moderne IT-Infrastrukturen sowie Qualifizierung und Veränderungsmanagement.

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