Verbesserte Diagnose durch Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz soll schnellere Diagnosen im Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen ermöglichen. (Foto: Elnur - Fotolia.com)

Sprachanalysen auf der Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) sollen künftig die Arbeit von Gesundheitsexperten verbessern und schnellere Diagnosen ermöglichen. Davon könnten weltweit fast 44 Millionen Menschen profitieren, die an neurodegenerativen Erkrankungen leiden.

Als Spinoff des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt das Startup ki elements eine KI-basierte Sprachanalyse. Sie soll eine schnellere und präzisere Diagnose und somit eine frühere Behandlung von neurokognitiven Erkrankungen ermöglichen. Zurzeit wird an einer Alphaversion für die Demenzdiagnose gearbeitet, die ab September 2017 im Klinikbereich getestet werden soll.

„Wir arbeiten eng mit der Association Innovation Alzheimer und dem Team rund um Prof. Philippe Robert als klinischem Partner zusammen, um das Produkt zu testen und weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Jan Alexandersson, CEO des Startups ki elements und Mitarbeiter des DFKI und ergänzt: „Wir glauben, dass Künstliche Intelligenz uns die Möglichkeit eröffnet, neurodegenerative Erkrankungen an Hand natürlicher Sprache, der wohl einzigartigsten menschlichen Fähigkeit, einzuschätzen.“

Nach der Gründung des Startups soll jetzt ein voll funktionaler Prototyp des Analysesystems entwickelt werden. Damit will das Unternehmen bis spätestens Ende 2017 auf erste Kunden zugehen können. „Wir arbeiten zudem auf eine CE-Zertifizierung unseres Produktes hin und planen, bis Ende nächsten Jahres auch auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Für 2017 fokussieren wir uns jedoch zunächst auf den französischen Markt“, so Alexandersson.

Das Startup gehört zu EIT Digital. Mit einem europäischen Partnernetzwerk aus über 130 Konzernen, mittelständischen Unternehmen, Startups, Universitäten und Forschungsinstituten soll diese europäische Organisation die Entwicklung und den Markteintritt von forschungsbasierten digitalen Technologien beschleunigen. Am aktuellen Projekt sind mehrere EIT-Digital-Partner beteiligt. Die Leitung übernimmt die: DFKI, die sich auch um die Koordination sowie die Mobile- und App-Integration kümmert. Als Untervertragspartner der DFKI GmbH soll ki elements die Kommerzialisierung der Projektergebnisse vorantreiben. INRA ist für die Sprachdatenerhebung, Videoanalyse und klinische Versuche verantwortlich. Die University of Edinburgh führt eine Validierung des aktuellen Systems für britisches Englisch durch. Klinischer Partner, der Zugang zu Demenzpatienten ermöglicht und Sprachdaten erhebt, ist die  Association Innovation Alzheimer .