Parkinson-Patienten: Mit Sensoren Stürze verhindern

Kick-Off Meeting (von rechts): Forschungsleiter Jochen Klucken, Andreas Kremer, Stefan Schulz, Chantal Herberz, Lars Geffers, Ralph Steidl, Lukas Pavelka, Rejko Krüger, Björn Eskofier, Heribert Baldus, Gerd Spekowius, Giulio Valenti, Georg Zweyer, Julius Hannink, Till Gladow, Nils Roth, Arne Küderle, Malte Ollenschläger, Heiko Gaßner. (Foto: Martin Ullrich)

Mehr Lebensqualität für Parkinson-Patienten verspricht ein neues Forschungsprojekt des European Institute of Innovation and Technology Health (EIT Health). Das Projekt mit dem Titel „MoveIT“ beschäftigt sich mit der zur telemedizinischen Gang- und Sturzanalyse.

Mit Hilfe von Sensoren im Schuh und am Oberkörper sollen Besonderheiten im Gang und bei Stürzen von Parkinson-Patienten telemedizinisch analysiert werden. „Deutet ein bestimmtes Gangmuster auf einen drohenden Sturz hin, sollen die Patienten oder Betreuer dann künftig rechtzeitig gewarnt werden“ sagt Forschungsleiter Prof. Dr. Jochen Klucken aus der Molekularen Neurologie des , die federführend an dem Projekt beteiligt ist. Die im Rahmen der telemedizinischen Heim-Monitoring-Lösung erfassten Daten sollen auch für weitere Forschungsprojekte zur interdisziplinären Versorgung von Parkinson-Patienten mittels Medizintechnik genutzt werden. Das einjährige Projekt wird mit 500.000 Euro von EIT-Health gefördert.

Neue Konzepte für Parkinson-Patienten

„MoveIT“ gliedert sich in weitere Forschungsprojekte des Konsortiums um Prof. Klucken aus der Molekularen Neurologie des Uni-Klinikums Erlangen  und Prof. Dr. Björn Eskofier vom Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik (Heisenberg-Professur) der FAU Erlangen-Nürnberg. Dabei geht es um neue digitale Versorgungskonzepte des Parkinson-Syndroms. Zu diesen Forschungen zählen zwei weitere EIT-Projekte und ein vom Medical Valley Award unterstütztes Projekt (FallRiskPD) zum Sturzrisiko. Das neue EIT-Health-Projekt soll eng mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) Erlangen unter der Leitung von Christian Weigand verzahnt werden. Dadurch wollen die Beteiligten die entsprechenden IT-Infrastrukturen für eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten, Therapeuten, Patienten und Technologie aufzubauen und eine optimale Patientenversorgung zu ermöglichen. Weitere regionale und europäische Partner sind die Universität Luxemburg, das niederländische Radboudumc Universitätsklinikum in Nijmegen sowie Philips Research, ITTM S.A. und die Portabiles HealthCare Technologies GmbH (HCT). „Die verschiedenen Partner ermöglichen es uns, die Erfahrungen aus anderen EU-Ländern sowie die industrielle Sicht auf die Entwicklungen der digitalen Medizin in unser Projekt einzubinden“, so Prof. Klucken.

Gesundheitsinitiative für Europa

Mit mehr als 140 Partnern aus 17 europäischen Ländern ist EIT Health eine der weltweit größten Gesundheitsinitiativen. Die Initiative will Forschung, Unternehmertum und Innovation in den Bereichen „Gesundes Leben und Aktives Altern“ fördern. Damit soll in ganz Europa die Lebensqualität, die medizinische Versorgung und das Gesundheitswesen verbessert werden. Im Rahmen von EIT Health werden innovative Produkte, Bildungsangebote und Dienstleistungen entwickelt, die zur Lösung der demografischen Herausforderungen in Europa beitragen und das europäische Gesundheitswesen optimieren sollen.