Krankenhauskeime schneller identifizieren

Dr. Thomas Schinecker ist seit Juli 2013 Geschäftsführer der in Mannheim ansässigen Roche Diagnostics Deutschland GmbH
Dr. Thomas Schinecker ist seit Juli 2013 Geschäftsführer der in Mannheim ansässigen Roche Diagnostics Deutschland GmbH (RDD), die als Vertriebsgesellschaft die Diagnostics-Produkte im deutschen Markt vermarktet. (Foto: Roche Diagnostics Deutschland)

Der Hersteller Roche Diagnostics bietet einen neuartigen Test an, der innerhalb von 30 Minuten gefährliche Krankenhauskeime identifiziert. Bisherige Testverfahren benötigten oft mehrere Tage, bis sie verlässliche Ergebnisse lieferten.

Keime, mit denen sich Patienten im Krankenhaus infizieren, sind in Deutschland seit Jahren ein Problem. Besonders häufig sind der Erreger Staphylococcus aureus (SA) und seine methicillinresistente Variante MRSA. Die kontinuierliche Überwachung ist in den meisten Gesundheitseinrichtungen daher unverzichtbar geworden, um solche Infektionen oder gar Ausbrüche einzudämmen.

Um die Ausbreitung resistenter Keime durch effiziente Hygienemaßnahmen zu reduzieren, bedarf es einer schnellen Identifizierung asymptomatischer MRSA-Träger. Der neue „cobas Liat MRSA/SA-Nukleinsäuretest“ von Roche ermöglicht den qualitativen Nachweis und die Differenzierung von MRSA/SA innerhalb von 30 Minuten. Er ist ab sofort in Deutschland verfügbar.

Hoher Schaden durch Krankenhauskeime

In Europa sind schätzungsweise mehr als 150.000 Personen pro Jahr von MRSA-Infektionen betroffen, in Deutschland sind es etwa 11.000 Patienten. Dies führt in Europa zu über einer Million an zusätzlichen stationären Verweiltagen im Krankenhaus mit Zusatzkosten von 380 Millionen Euro.

Chirurgische Wundinfektionen, beatmungsassoziierte Pneumonien und Blutinfektionen durch MRSA/SA-besiedelte zentrale Venenkatheter sind häufige Erscheinungsformen der Infektionen. Besonders in der Notaufnahme, Intensivstation oder Chirurgie haben Testzeiten von mehreren Tagen (Kultur) versus Minuten (cobas Liat System) erhebliche Auswirkungen auf die Effizienz von Hygienemaßnahmen und OP-Vorbereitungen.

Verlässliche Ergebnisse bei hoher Zeitersparnis

Der Anbieter des neuen Testverfahrens ist überzeugt: Der „cobas Liat MRSA/SA“ Test überzeugt nicht nur durch Schnelligkeit, sondern auch durch Ergebnissicherheit. Eine hohe Spezifität und Sensitivität, die Erfassung zahlreicher MRSA-Subtypen, einschließlich der mecC-Variante, als auch das Kontrollkonzept und die Kontaminationsprävention durch AmpErase sorgen für verlässliche Ergebnisse.

Um potenzielle MRSA/SA-Träger im Krankenhaus zu erkennen, werden beim cobas Liat-Test Nasenabstriche genommen und ohne weitere Vorbehandlung in das Reaktionsgefäß überführt. Im Gegensatz zur Durchlaufzeit von mehreren Tagen bei Kulturtests liefert das neue System innerhalb von 30 Minuten ein validiertes Ergebnis.4

„Um das Problem von Krankenhausinfektionen in den Griff zu bekommen, ist die schnelle Identifikationen von kolonisierten Patienten unerlässlich“, sagt Dr. Thomas Schinecker, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH. „Dank der kurzen Durchlaufzeit des cobas Liat MRSA/SA-Tests können Ärzte früh und effizient Hygienemaßnahmen einleiten und so die Verbreitung von Infektionen eindämmen. Das schützt die Patienten und entlastet zugleich das Gesundheitssystem.“