Gemeinsame Krankenhausplanung in Berlin und Brandenburg

Campus der Charité Mitte in Berlin
Campus Charité Mitte in Berlin: Ab 2020 synchronisierte Krankenhausplanung in Berlin und Brandenburg (Foto: © katatonia/fotolia.com)

Bessere Vernetzung, mehr sektorenübergreifende Konzepte: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg kooperieren künftig bei der Krankenhausplanung. Geriatrische Assessments und Telemedizin sollen verstärkt zum Einsatz kommen.

Die Länder Berlin und Brandenburg haben damit begonnen, ihre Krankenhausplanung zu synchronisieren. Noch in diesem Jahr startet ein gemeinsamer Regionalausschuss. Ziel ist es, dass beide Länder im Jahr 2020 gleichzeitig ihre Krankenhauspläne beschließen, auf der Grundlage gemeinsamer Versorgungsziele. Aus rechtlichen Gründen wird es zwar in jedem Land jeweils einen eigenen Krankenhausplan geben, doch beide Pläne folgen gemeinsamen Grundsätzen und ergänzen sich.

Im Rahmen eines gemeinsamen Besuchs der Klinik Nauen, einem Standort der Havelland-Klinikgruppe, informierten sich jetzt Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat und Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze über Modellprojekte und gemeinsame Berlin-Brandenburger Konzepte. Dazu sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze: „Die gemeinsame Krankenhausplanung mit Berlin war überfällig. Berlin und Brandenburg sind schon seit langem eine Gesundheitsregion. Die Zusammenarbeit in der Gesundheitspolitik ist bereits heute sehr gut, wir wollen sie in Zukunft weiter intensivieren.“

Bereits jetzt große Schnittmengen

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat ergänzt: „Berlin und Brandenburg gehen in Zukunft Hand in Hand bei der Krankenhausplanung. Die gegenseitigen Besuche dienen der Vernetzung und Verstetigung unserer Zusammenarbeit, aber wir lernen auch voneinander. Im Jahr 2016 wurden 108.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger in Berlin stationär behandelt und umgekehrt 21.000 Berlinerinnen und Berliner in Brandenburg. Es gibt also bereits große Schnittmengen der beiden Länder bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten. Dem wollen Berlin und Brandenburg nun durch eine engere Zusammenarbeit und einen intensiveren Erfahrungsaustausch Rechnung tragen.“

Die Havelland Kliniken entwickeln derzeit etwa ein sektorenübergreifendes Konzept für die Altersmedizin. Ziel ist es, Bewohner von Pflegeeinrichtungen frühzeitig und aus einer Hand so gut zu versorgen, dass eine Einweisung in die Notaufnahme seltener oder gar nicht erst notwendig wird. Dafür sollen unter anderem Methoden der Telemedizin und des geriatrischen Assessments zum Einsatz kommen. Die Kliniken wollen für das Projekt mit dem Arbeitstitel „GeriCare Havelland“ eine Förderung aus dem bundesweiten Innovationsfonds beantragen.

Verbesserung durch telemedizinisches Netzwerk

Ministerin Golze und Senatorin Kolat informierten sich außerdem über bereits bestehende Innovationsfonds-Projekte: So nehmen die Havelland Kliniken an dem Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister und an dem damit verbundenen Notfallprojekt teil. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Notfallversorgung, indem insbesondere die Versorgungszeiten vom ersten medizinischen Kontakt von Herzinfarktpatienten bis zur Wiedereröffnung des verschlossenen Gefäßes verkürzt werden sollen. Sie sind außerdem Partner in dem Schlaganfallprojekt ANNOTeM. Dafür wird ein telemedizinisches Netzwerk in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut, um Patienten mit Schlaganfall oder anderen neurologischen Akuterkrankungen bestmöglich zu versorgen.

Modellausbildungsgang für Pflege

Thema des Besuchs war zudem die Ausbildung. Die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe wird im Oktober 2018 eine generalistische Pflegeausbildung starten und damit die bundesweite Entwicklung in einem Modellausbildungsgang vorwegnehmen. Nach einem Beschluss der Bundesregierung soll ab dem Jahr 2020 deutschlandweit die Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege in einem Lehrplan zusammengeführt werden.