Forschungsallianz zwischen Fraunhofer MEVIS und Siemens Healthineers

Volumenrendering eines Gefäßbaumes der Lunge mit Metastasen
Volumenrendering eines Gefäßbaumes der Lunge mit Metastasen. (Foto: © Fraunhofer MEVIS)

Mit einer gemeinsamen Forschungsallianz wollen künftig Siemens Healthineers und das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin (MEVIS) Ärzte bei der Entscheidung über die richtige Therapie für ihre Patienten unterstützen.

Die beiden Partner entwickeln gemeinsam Softwaresysteme mit künstlicher Intelligenz, die Diagnose- und Therapie-Entscheidungen mit Hilfe fortgeschrittener Datenintegration, umfassender Datenbanken und dem automatischen Erkennen von Mustern und Gesetzmäßigkeiten in Daten (tiefgreifendes maschinelles Lernen) erleichtern sollen.

Ziel ist es, dass Mediziner schnell und zielgerichtet den bestmöglichen Behandlungsansatz für jeden ihrer Patienten definieren können, der diesen ein hohes Maß an Hilfe und ein Minimum an Nebenwirkungen bringt. Kürzlich wurden die Projektverträge der auf vier Jahre ausgelegten Kooperation unterzeichnet. Mit dieser Kooperation wollen die Partner ihre Forschung enger als bislang verzahnen.

Es geht nicht nur darum, intelligente Entscheidungs-Unterstützungssysteme für klinisch relevante Fragestellungen zu entwickeln, sondern sie auch erfolgreich im Markt zu etablieren. In einem gemeinsamen Pressegespräch stellen die Partner ihre Zusammenarbeit auf dem Deutschen Röntgenkongress in Leipzig (24. – 27. Mai 2017) vor.

Relevante Infos in zentralem System

Zwar liegen in Kliniken und Arztpraxen die meisten Informationen heute in digitaler Form vor. Bislang aber werden Bilddaten, Befunde, Laborwerte, digitale Patientenakten und OP-Berichte oft noch getrennt voneinander behandelt. Doch nun geht der Trend dahin, all das in einem einheitlichen Software-Rahmen unterzubringen. Diese Datenintegration ermöglicht nicht nur einen schnelleren Umgang mit medizinischen Informationen und bildet die Grundlage für ein effizienteres Zusammenwirken der verschiedenen Fachrichtungen und für präzisere und personalisierte klinische Entscheidungen. Sie verspricht auch einen weiteren Mehrwert: Neue, selbstlernende Rechneralgorithmen können verborgene Muster in den Daten aufspüren und den Medizinern wertvolle Unterstützung für ihre Diagnose- und Therapieentscheidungen geben.

Datenbankwissen unterstützt den Arzt

„Wenn es um das Erkennen relevanter Muster und Zusammenhänge in komplexen Datenmengen geht, sind Computer mittlerweile besser als der Mensch“, betont Horst Hahn, Institutsleiter von Fraunhofer MEVIS. „Das bedeutet aber nicht, dass der Rechner die Therapieentscheidung trifft, sondern er unterstützt die Ärzte durch sein datenbankbasiertes Wissen“, so Hahn. „Die in Zusammenarbeit mit Fraunhofer MEVIS entstehenden Anwendungen werden unsere Kunden unterstützen, die diagnostische Qualität zu erhöhen und bessere Entscheidungen für ihre Patienten zu treffen“, ergänzt Walter Märzendorfer, President Diagnostic Imaging bei Siemens Healthineers. „Mit dieser Forschungsallianz gehen wir dank intelligenter Datenintegration den nächsten Schritt in Richtung evidenzbasierter Medizin“.