Digitalisierung kann krank machen

Frau arbeitet am Notebook
Kooperation von Telekom und Barmer: Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt birgt gesundheitliche Risiken (Foto: © peshkova/fotolia.com)

Forscher der Universität St. Gallen untersuchten im Auftrag der Krankenkasse Barmer und der Deutschen Telekom, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert hat. In der Studie werden Risikofaktoren in Bezug auf die körperliche und seelische Gesundheit deutlich.

Der Barmer-Vorstandsvorsitzende Professor Dr. Christoph Straub fordert Unternehmen deshalb auf, den Einfluss auf die Gesundheit nicht zu unterschätzen. „Die Digitalisierung soll den Menschen das Leben erleichtern, erreicht mitunter aber genau das Gegenteil und kann sogar krank machen. Betriebe profitieren davon, diese gesundheitlichen Risiken zu minimieren. Daher gehört ein konkretes Programm zum Gesundheitsmanagement in jedem Unternehmen weit oben auf die Agenda“, so Straub.

Die Studienergebnisse sind auch Grundlage für ein gemeinsames Projekt zum betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), das Barmer und Telekom in den nächsten drei Jahren realisieren wollen. Beide Partner wollen in der zunehmend digital geprägten Arbeitswelt in Sachen Prävention Vorreiter sein und entsprechende BGM-Maßnahmen entwickeln.

Gesundheit als Führungsaufgabe

„Gesundheit hat bei der Telekom einen hohen Stellenwert und ist zudem Führungsaufgabe. Wir sind stolz auf unsere vielen, von den Kollegen gern genutzten Angebote“, sagt Dietmar Welslau, zuständig für HR Management im Konzern Deutsche Telekom. „Wir wollen nun die unter anderem in der Studie ermittelten aktuellen Herausforderungen angehen. Mit unseren Produkten, Services und Technologien gestalten wir die Digitalisierung, auch im Bereich Telemedizin. Wir freuen uns darauf, unsere Expertise nun zusammen mit der Barmer verstärkt im betrieblichen Gesundheitsmanagement einzubringen.“

Besondere Verantwortung

In dem gemeinsamen Projekt sollen weitere wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, wie Digitalisierung in der Personalführung genutzt werden kann. Die Ergebnisse sollen dafür verwendet werden, neue Instrumente in der Personalführung zu entwickeln. Dabei stehen Führungskräfte besonders im Fokus: Einerseits trägt das Führungsverhalten entscheidend zum Erfolg der Digitalisierung bei. Andererseits tragen Führungskräfte damit auch eine besondere Verantwortung, für die sie Unterstützung benötigen. Die Mitarbeiter der Telekom (in Deutschland) werden im Rahmen des Projekts aktiv beteiligt, indem sie Studienteilnehmer stellen oder Pilotprojekte testen.

Professor Dr. Stephan Böhm von der Universität St. Gallen und Professor Holger Pfaff von der Universität Köln werden das Projekt wissenschaftlich begleiten.