Private Krankenversicherung unterstützt Fernbehandlung

Arag-Vorstand Dr. Roland Schäfer: „Telemedizinische Angebote gewinnen für die Kunden immer mehr an Bedeutung“ (Foto: ARAG)

Eine ärztliche Fernbehandlung über Video oder Telefon können ab sofort Vollversicherte der Krankenversicherung Arag in Baden-Württemberg nutzen – einschließlich der virtuellen Ausstellung von Rezepten. Das Unternehmen bietet diesen Service über eine Kooperation mit dem Partner TeleClinic im Rahmen eines Modellversuchs.

Die ärztliche Videoberatung rund um allgemeine medizinische Fragestellungen über TeleClinic hat die Arag Krankenversicherung bereits im März 2017 gestartet. Jetzt beteiligt sie sich als einer von drei privaten Krankenversicherern an deren Modellprojekt und übernimmt in diesem Rahmen für die Vollversicherten in Baden-Württemberg freiwillig auch die Kosten der Fernbehandlung.

„Damit setzen wir erneut einen spannenden Digitalisierungsimpuls in einem Markt, in dem telemedizinische Angebote für die Kunden immer mehr an Bedeutung gewinnen“, meint Dr. Roland Schäfer, Vorstandsmitglied der Arag Krankenversicherungs-AG. Bisher durften Ärzte einen Patienten nur dann in räumlicher Distanz behandeln, wenn sie diesen zuvor bereits kennengelernt hatten.

Ausschließliche Fernbehandlung möglich

Genehmigt von der Landesärztekammer Baden-Württemberg, wird im Modellversuch nun die ausschließliche Fernbehandlung erprobt. Das Angebot, sich von einem bislang fremden Arzt per Video oder Telefon behandeln zu lassen, richtet sich vor allem an Patienten mit Symptomen, die zunächst keine körperliche Untersuchung erfordern. Wenn der Arzt ein Rezept verordnet, übermittelt er dies elektronisch an eine Apotheke. Ist der Besuch in einer Praxis erforderlich, überweist er den Patienten.

Seit Mai 2017 bietet die Krankenversicherung neben den telemedizinischen Angeboten auch eine Gesundheits-App an, die von den Kunden zu einer persönlichen, digitalen Gesundheitsakte ausgebaut werden kann.