Hausärzteverband unterstützt Mobilitätsprojekt

Medizinstudentin Elisabeth Bier
Medizinstudentin Elisabeth Bier unterwegs mit ihrem Leihwagen in Neuensalz/Vogtland (Foto: Stephanie Sauer/Sächsischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband e.V.)

Der Sächsische Hausärztinnen- und Hausärzteverband e. V. stellt Leipziger Medizinstudierenden künftig Carsharing-Fahrzeuge für Praktika in ländlichen Regionen zur Verfügung. Damit sollen Famulaturen in nur schwer erreichbaren hausärztlichen Praxen einfacher ermöglicht werden. 

Das Engagement des Verbandes kommt dem 2020 ins Leben gerufenen MiLaMed-Projekt zugute, welches Medizin-Studierenden in Leipzig und Halle-Wittenberg zahlreiche Lehrangebote zur Versorgung in Kleinstadt und Land anbietet. MiLaMed ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Lehrprojekt.

Sicherstellung ärztlicher Versorgung

Da in vielen ländlichen Regionen Sachsens eine medizinische Unterversorgung im hausärztlichen Bereich droht, sollen angehende Medizinerinnen und Mediziner mit fächerübergreifenden Praktika für die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen begeistert werden. Im Fokus der organisatorischen und finanziellen Förderung stehen die Modellregionen der Landkreise Nordsachsen und Vogtland. „Die Famulatur ist eine gute Gelegenheit, sich von den Vorteilen einer Landarzttätigkeit zu überzeugen. Für Studierende mit Wohnung in der Universitätsstadt ist das allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden. Hier setzt unser gemeinsames Projekt an“, erläutert Dr. Torben Ostendorf, Vorstandsvorsitzender des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands.

Mehr Mobilität mit Carsharing

Auch Dr. Tobias Deutsch, Projektleiter von MiLaMed an der Universität Leipzig, bewertet die neuen Möglichkeiten positiv: „Mit unserem Projekt möchten wir Praktika in Kleinstadt und Land für Medizinstudierende einerseits attraktiv und andererseits auch praktisch umsetzbar machen. Der Faktor Mobilität kann je nach Erreichbarkeit der betreffenden Praxis eine entscheidende Hürde darstellen. Nun haben wir dafür eine charmante Lösung gefunden und freuen uns daher sehr über das Engagement des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.“

Die ersten vier Studierenden konnten in den letzten Monaten bereits vom Mobilitätsangebot profitieren. Medizinstudentin Elisabeth Bier resümiert: „Dank des Projektes MiLaMed und dem Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband habe ich vier spannende und lehrreiche Monate in der Praxis von Dr. Susanne Hein in Neuensalz erleben dürfen. Ohne das Leihwagen-Angebot hätte ich mein Praktikum dort nicht absolvieren können.“

MiLaMed ist ein Kooperationsprojekt der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg und wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert. Die Abkürzung MiLaMed steht dabei für „Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration Landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium“. Im Rahmen von MiLaMed wurde ein für alle Medizinstudierenden zugängliches, praxisorientiertes Längsschnittcurriculum zur Versorgung im kleinstädtisch-ländlichen Raum etabliert. www.milamed.de

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