Fraunhofer und Uni Auckland entwickeln bionisches Ellbogengelenk

Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft (links) und John Key, Premierminister von Neuseeland (rechts) bei der Vorstellung der Forschungskooperation (Foto: Fraunhofer).

Klein, leicht und intuitiv bedienbar soll es sein und sich darüber hinaus gut an die menschliche Bewegung anpassen: Für die Entwicklung einer neuartigen bionische Arm-Orthese für Ellbogen arbeiten die Fraunhofer-Gesellschaft und die neuseeländische University of Auckland jetzt zusammen.

Der Startschuss für das auf drei Jahre angelegte Projekt „Bionic Joint“ ist im Dezember 2015 gefallen. Der Bedarf an solchen Exoskeletten ist groß: Denn aufgrund des demografischen Wandels leiden immer mehr Menschen an Verschleißerscheinungen an Armen und Händen. Das Exoskelett, das die Forscher im Projekt entwickeln wollen, soll die Bewegung des Ellbogens analysieren und unterstützen. Die Erwartungen der Beteiligten an das Projekt sind hoch: „Wissenschaftliche Wertschöpfung für Fraunhofer und positive Effekte sowohl für Deutschland als auch das jeweilige Partnerland sind Ziele unserer strategischen Auslandskooperationen“, sagt Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Internationale Forschungskooperationen bringen insbesondere dann einen Gewinn, wenn beide Partner in dem Kooperationsgebiet exzellent sind und Innovationsstärke beweisen“, so Neugebauer weiter.

Entlastung im Patienten-Alltag

Die Partner bei Bionic Joint ergänzen sich gut: Während die Wissenschaftler von Fraunhofer über eine große Expertise im Bereich Biomechatronik, Robotik und Signalverarbeitung verfügen, beschäftigen sich die neuseeländischen Forscher schwerpunktmäßig mit den Themen Sensorik und rechnergestützte Physiologie. „Es notwendig, die körperliche Belastung zu verstehen und aktiv zu unterstützen. Unser Ziel ist es, Exoskelette zu entwickeln, die Patienten im Alltag entlasten“, erklärt Dr. Urs Schneider, Abteilungsleiter Biomechatronische Systeme. Professor Peter Hunter vom Auckland Bioengineering Institute, der das Projekt seitens der University of Auckland betreut, ergänzt: „Im Bereich der Arm-Orthesen liegen noch keine marktfähigen Lösungen vor. Das wäre ein Meilenstein für die bionische Technik.“

Das Projekt Bionic Joint findet im Rahmen des ICON-Programms der Fraunhofer-Gesellschaft statt. Das Kürzel steht für „International Cooperation and Networking“. Die Fördersumme bis 2019 beträgt 1,9 Millionen Euro, getragen je zur Hälfte von der University of Auckland und der Fraunhofer-Gesellschaft.