Bayern startet digitales Demenzregister

Ein digitaler Wegweiser soll an Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen unterstützen. (Foto: Peter Maszlen - Fotolia.com)

Rund 50 Millionen Menschen weltweit sind an Demenz erkrankt. Allein in Bayern sind derzeit mehr als 240.000 Patienten betroffen. Um sie besser versorgen zu können, ihre Angehörigen zu unterstützen und den Langzeitverlauf von Behandlungen untersuchen zu können, startet jetzt das „Digitale Demenzregister Bayern (DigiDEM)“. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), des Universitätsklinikums Erlangen und des Innovationsclusters Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg. Die Bayerische Staatsregierung fördert das Projekt im Rahmen des Handlungsfelds „Grundlagen- und Versorgungsforschung“ der Bayerischen Demenzstrategie mit rund 2,2 Millionen Euro.

Digitaler Wegweiser

Im Rahmen des Projektes sollen digitale Angebote für Menschen mit Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen bereitgestellt werden. Ein weiteres Ziel ist die Einrichtung eines digitalen Wegweisers Demenz für Betroffene und deren pflegende Angehörige. Außerdem wollen die am Projekt Beteiligten eine digitale Unterstützungsplattform für das ehrenamtliche Engagement in der Betreuung von Menschen mit Demenz.

Versorgungsforschung stärken

Das neue Projekt DigiDEM baut auf den Ergebnissen des kürzlich durchgeführten Projekts „Bayerischer Demenz Survey (BayDem)“ auf, an dem insgesamt 700 Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige beteiligt waren. DigiDEM soll nicht nur digitale Angebote bereitstellen und erforschen, sondern gleichzeitig auch die Versorgungsforschung im Bereich Demenz stärken.

Ziel ist es, ein digitales Demenzregister in Bayern einzurichten. Es soll unter anderem dabei helfen, die klinische Komplexität und den Langzeitverlauf demenzieller Erkrankungen besser zu verstehen. Dazu sollen flächendeckend Langzeitdaten zur Behandlung, Versorgung und Angebotsnutzung von Menschen mit Demenz sowie zur Belastung pflegender Angehöriger in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns erhoben werden. Mit den so gewonnenen Erkenntnissen wollen die am Projekt Beteiligten die Lebensverhältnisse der an Demenz Erkrankten und ihrer pflegenden Angehörigen insbesondere in den ländlichen Regionen Bayerns verbessern.