Healthcare

Telemedizinisches Parkinson-Netz betreut mehr als 850 Patienten

Mehr als 850 Menschen mit Parkinson-Syndrom haben an einem telemedizinisch unterstützten Versorgungsprojekt in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen teilgenommen (Foto: © Universitätsmedizin Mainz / Thomas Böhm)

Mehr als 850 Menschen mit Parkinson-Syndrom haben an einem telemedizinisch unterstützten Versorgungsprojekt in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen teilgenommen. Advanced Practice Nurses koordinieren individuelle Versorgungspläne und stimmen diese mit Fachärzten ab. Ob das Modell Lebensqualität und Versorgung messbar verbessert, wird derzeit ausgewertet.

Das Innovationsfondsprojekt INSPIRE-PNRM+ hat seine Interventionsphase abgeschlossen. Insgesamt wurden mehr als 850 Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Syndrom jeweils zwölf Monate lang in einem sektorenübergreifenden Versorgungsnetz begleitet. Beteiligt sind unter anderem die Universitätsmedizin Mainz sowie weitere neurologische und hausärztliche Versorgungspartner aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen. Das Projekt soll insbesondere die Versorgung in Regionen verbessern, in denen spezialisierte neurologische Angebote nicht überall unmittelbar verfügbar sind.

Eine zentrale Rolle übernehmen speziell qualifizierte Advanced Practice Nurses (APN). Sie erfassen die individuelle Versorgungssituation, erstellen gemeinsam mit den behandelnden Ärzten Versorgungspläne und begleiten die Teilnehmenden im weiteren Verlauf. Dazu gehören regelmäßige Kontakte, die Koordination verschiedener Leistungserbringer und die Unterstützung bei Veränderungen des Krankheitsverlaufs oder der Versorgungssituation. Die APN sollen dabei keine ärztlichen Aufgaben ersetzen, sondern als Bindeglied zwischen Patienten, Hausärzten, Neurologen und weiteren Beteiligten fungieren.

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Telemedizin ergänzt persönliche Betreuung

Das Konzept verbindet persönliche Versorgung mit telemedizinischen Elementen. Dadurch sollen Fachärzte auch dann in Entscheidungen eingebunden werden können, wenn Patientinnen und Patienten weiter entfernt von spezialisierten Zentren leben. Ziel ist insbesondere, Informationsverluste zwischen unterschiedlichen Versorgungsebenen zu reduzieren und Therapieanpassungen besser zu koordinieren. Das Projekt greift damit ein typisches Problem bei Parkinson auf: Die Erkrankung verläuft langfristig und kann motorische, kognitive und nicht-motorische Symptome umfassen. Entsprechend sind häufig mehrere medizinische und therapeutische Berufsgruppen beteiligt.

Mehr als 850 Teilnehmende

Nach Angaben der Universitätsmedizin Mainz nahmen während der Interventionsphase mehr als 850 Menschen mit Parkinson-Syndrom teil. Jede Patientin und jeder Patient wurde zwölf Monate innerhalb des Netzwerks begleitet. Das Projekt läuft insgesamt über dreieinhalb Jahre und wird mit rund 5,6 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Die Intervention ist nun beendet. Im nächsten Schritt werden die erhobenen Daten wissenschaftlich ausgewertet. Untersucht werden soll unter anderem, ob das Versorgungskonzept die Lebensqualität, Versorgungskontinuität und Koordination verbessert und zugleich Ressourcen effizienter eingesetzt werden können. Entsprechende Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. Aus der hohen Teilnehmerzahl allein lässt sich deshalb noch kein Nachweis ableiten, dass das Modell einer regulären Versorgung überlegen ist. Sollten sich relevante Vorteile zeigen, könnten die Ergebnisse Grundlage dafür sein, entsprechende Netzwerkstrukturen auch über die beteiligten Regionen hinaus zu etablieren.

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