Siemens Healthineers stellt sein In-vitro-Diagnostikgeschäft neu auf. Die Sparte soll unter dem Namen Olyrian Diagnostics als eigenständige Organisation etabliert werden. Der Carve-out soll bis Mitte 2028 abgeschlossen sein – ein späterer vollständiger Abschied aus dem Konzern bleibt möglich.
Siemens Healthineers hat mit der organisatorischen Verselbstständigung seines Diagnostikgeschäfts begonnen. Die bisherige Diagnostics-Sparte soll künftig unter dem Namen Olyrian Diagnostics auftreten und schrittweise als eigenständiges Unternehmen aufgestellt werden. Bis Mitte 2028 soll der Carve-out abgeschlossen sein. Während der Übergangsphase bleibt Olyrian Teil von Siemens Healthineers. Für Kunden ändert sich zunächst nichts: Produkte, Dienstleistungen, Verträge, Service-Level und Ansprechpartner sollen während der Übergangsphase bestehen bleiben. Olyrian umfasst das bisherige Geschäft mit Labor- und Point-of-Care-Diagnostik. Nach Unternehmensangaben werden über das Portfolio jährlich mehr als 16 Milliarden diagnostische Tests hergestellt.
Diagnostik bleibt wirtschaftlich unter Druck
Der Umbau erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlich schwächeren Entwicklung der Diagnostics-Sparte. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der vergleichbare Umsatz um 4,2 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 5,4 Prozent. Zum Vergleich: Der Gesamtkonzern erreichte im Quartal eine bereinigte EBIT-Marge von 15,9 Prozent. Diagnostics steht nach Reuters-Angaben für rund 17 Prozent des Konzernumsatzes und etwa ein Fünftel der Beschäftigten von Siemens Healthineers. Das Unternehmen arbeitet zugleich an weiteren Kostensenkungen. Mittelfristig soll die Profitabilität des Diagnostikgeschäfts deutlich verbessert werden.
Wir schärfen unser Portfolio und stärken weiter unseren Kern, während wir unser Diagnostik-Geschäft für eine erfolgreiche Zukunft positionieren.
Dr. Bernd Montag, CEO Siemens Healthineers
Der Carve-out von Diagnostics ist Teil einer breiteren Neuordnung. Parallel soll auch Siemens Healthineers selbst stärker vom Siemens-Konzern unabhängig werden. Siemens hält derzeit noch die Mehrheit an dem börsennotierten Medizintechnikunternehmen und bereitet eine Abspaltung von Healthineers-Aktien an seine eigenen Aktionäre vor. Über den Schritt soll auf der Siemens-Hauptversammlung im Februar 2027 abgestimmt werden.
Passend dazu kündigt Siemens Healthineers auch eine Änderung des eigenen Namens an: Aus Siemens Healthineers soll künftig Healthineers werden. Die neue Marke Olyrian Diagnostics und die verkürzte Konzernmarke sollen parallel eingeführt werden. Für Olyrian ist nach Abschluss des Carve-outs zunächst eine eigenständige organisatorische Aufstellung vorgesehen. Reuters zufolge könnte das Unternehmen bis 2030 auch vollständig aus dem Healthineers-Konzern herausgelöst werden. Eine solche Transaktion ist bislang jedoch nicht beschlossen.