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MEDICA 2026 Preview: Digitale Wundanalyse steuert individuellen 3D-Wundverband

Die MEDICA 2026 wirft ihre Schatten voraus - u. a. mit vernetzter Versorgung (Foto: Messe Düsseldorf / Tillmann)

Fraunhofer FOKUS zeigt auf der MEDICA 2026 eine digitale Lösung, die Wunden vermisst und daraus ein personalisiertes 3D-Modell für einen biogedruckten Hydrogel-Wundverband erzeugt. Entwickelt wurde das System im EU-Projekt 6G-PATH nach Anforderungen der Charité.

Wunddokumentation, telemedizinische Abstimmung und individuell gefertigte Wundauflagen sollen künftig stärker miteinander verbunden werden. Fraunhofer FOKUS demonstriert dafür auf der MEDICA vom 16. bis 19. November in Düsseldorf eine im europäischen Forschungsprojekt 6G-PATH entwickelte Lösung. Das System erfasst Wunden digital, berechnet ihre Fläche, Tiefe und ihr Volumen und erstellt daraus ein personalisiertes dreidimensionales Modell. Dieses kann anschließend als Grundlage für die Herstellung eines individuell angepassten Wundverbands per Bioprinting dienen.

3D-Scan liefert Maße für den Wundverband

Die technische Grundlage knüpft an eine von Fraunhofer FOKUS entwickelte Plattform zur digitalen Wundversorgung an. Dabei können 3D-Aufnahmen mit handelsüblichen mobilen Geräten erstellt werden. Eine automatisierte Analyse bestimmt anschließend unter anderem Durchmesser, Fläche, Tiefe und Volumen der Wunde. Für 6G-PATH wurde dieser Ansatz erweitert: Aus den Wunddaten erzeugt das System ein personalisiertes 3D-Modell für den Bioprinting-Prozess. Die Anforderungen an die Anwendung stammen aus der geriatrischen Pflegeforschung der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

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Die Charité untersucht innerhalb des Projekts unter anderem Machbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit entsprechender Technologien für die Pflege. Chronische Wunden und Dekubitus gehören zu den Forschungsschwerpunkten der beteiligten Arbeitsgruppe. Fraunhofer FOKUS hat nach eigenen Angaben bereits die technische Interoperabilität mit einem 3D-Bioprinter des Unternehmens Black Drop Biomedical validiert. Damit können die erzeugten 3D-Modelle an ein System zur Herstellung individueller Hydrogel-Wundverbände übergeben werden. Damit entsteht ein digitaler Prozess von der Erfassung der Wunde über ihre Vermessung bis zur Vorbereitung einer patientenspezifisch geformten Auflage.

5G und 6G sollen Versorgung vernetzen

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Datenübertragung. Die Lösung soll Mobilfunk- und Satellitennetze nutzen, um Informationen zwischen Pflegepersonal, Wundspezialisten und technischen Systemen auszutauschen. Das EU-Projekt 6G-PATH untersucht dafür insgesamt zehn Anwendungsfälle aus Gesundheit, Bildung, Smart Cities und Landwirtschaft. Ziel ist unter anderem herauszufinden, welche Anforderungen zukünftige 6G-Netze bei realen Anwendungen erfüllen müssen. Das auf 36 Monate angelegte Projekt läuft seit Januar 2024. Gerade für die Wundversorgung könnte eine solche Vernetzung dort relevant werden, wo spezialisierte Expertise nicht unmittelbar vor Ort verfügbar ist. Digitale Wunddaten könnten dann beispielsweise aus Pflegeeinrichtungen oder der ambulanten Versorgung an spezialisierte Zentren übertragen werden.

Demonstrator statt fertiges Medizinprodukt

Die MEDICA-Präsentation zeigt zunächst einen Forschungsdemonstrator. Fraunhofer FOKUS spricht von einer validierten Interoperabilität zwischen Wundanalyse und Bioprinter, nennt bislang jedoch keine klinische Studie, in der der gesamte Prozess bei Patienten gegen eine bestehende Versorgung verglichen wurde. Auch der 6G-Anteil des Projekts dient derzeit vor allem dazu, zukünftige Kommunikationsinfrastrukturen in realistischen Anwendungsszenarien zu erproben und Anforderungen an deren Leistungsfähigkeit zu bestimmen. Die Stärke des Ansatzes liegt deshalb zunächst in der technischen Integration: Wundvermessung, digitale Dokumentation, telemedizinischer Datenaustausch und individualisierte additive Fertigung werden in einem gemeinsamen Prozess verbunden.

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