BMBF will Künstliche Intelligenz aus Deutschland pushen

Der Lenkungskreis der Plattform Lernende Systeme verabschiedete jetzt das Selbstverständnis des Expertennetzwerks. (Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Im Bereich Künstliche Intelligenz kann sich Deutschland zum internationalen Technologieführer entwickeln. Um das voranzutreiben, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Plattform Lernende Systeme gestartet. Ziel ist es, das Wissen rund um KI in marktfähige Anwendungen zu bringen und auch das wirtschaftliche Potenzial von Lernenden Systemen auszuschöpfen. Aus diesem Grund bietet die Plattform Deutschlands KI- Experten einen Ort für den interdisziplinären und branchenübergreifenden Austausch und Zusammenarbeit.

So heißt es im Selbstverständnis des Expertennetzwerks, das der Lenkungskreis der Plattform jetzt veröffentlicht hat. „Lernende Systeme und Künstliche Intelligenz helfen den Menschen, komplexe Aufgaben sicherer und einfacher zu bewältigen. Dazu zählen das automatisierte und autonome Autofahren ohne Unfälle, präzisere Diagnosen in der Medizin sowie lebensrettende Roboter im Katastropheneinsatz. Lernende Systeme und künstliche Intelligenz sind auf diese Weise Auslöser und Verstärker eines gerade einsetzenden Innovationsschubs in Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Elmar Degenhart, Mitglied des Lenkungskreises der Plattform und Vorstandsvorsitzender von Continental. Diese Entwicklung müssten Europa und Deutschland ausführender Position mitgestalten. „So sichern wir Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Beschäftigung“, ist Degenhart überzeugt.   Es sein noch viel Forschungs- und Entwicklungsaufwand erforderlich, um Lernende Systeme ausreichend verlässlich und zum Wohle der Menschen im Alltag verfügbar zu machen. Ziel sei es deshalb, die Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit den daraus entstehenden Technologien zu schaffen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu erzeugen.

Jetzt die Weichen für KI stellen

Der Einsatz von KI wirft zahlreiche gesellschaftliche, ethische und rechtliche Fragen auf. Diese Aspekte will die Plattform in einem breiten öffentlichen Dialog diskutieren. „Wenn Lernende Systeme gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, werden auch ethische Anforderungen wie Fairness und Diskriminierungsfreiheit auf sie übertragen. Deshalb müssen Lernende Systeme so konzipiert werden, dass sie in der Lage sind moralisch vertretbare Entscheidungen zu treffen und der Gesellschaft zu dienen“, sagt Regina Ammicht Quinn, Mitglied des Lenkungskreises der Plattform und Sprecherin des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Die Autonomie der Maschinen und Systeme sollte dabei stets der Kontrolle und dem Wohl der Menschen untergeordnet bleiben.

Konkrete Anwendungen

Zur Veranschaulichung der Chancen und Risiken Lernender Systeme entwickeln die Experten in sieben Arbeitsgruppen der Plattform konkrete Szenarien aus verschiedenen Anwendungsbereichen. Dazu zählen auch Mobilität und Gesundheit. Wichtig dabei ist auch der Austausch mit anderen Initiativen im Bereich Digitalisierung und KI – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Der Lenkungskreis ist die Leitungsebene der Plattform Lernende Systeme. Er steuert ihre inhaltliche und strategische Ausrichtung und soll Impulse für die Arbeit setzten. Im Lenkungskreis sind namhafte Personen aus Wissenschaft und Wirtschaft vertreten, die wichtige Themen, Disziplinen und Branchen im Feld der Lernenden Systeme repräsentieren.