Stüken Medical investiert in Nachhaltigkeit

CO2-Reduktion
CO2-Reduktion: Das deutsche Familienunternehmen Stüken Medical will bei der Fertigung von Komponenten wichtige Ressourcen schonen (Grafik: koblizeek/123rtf.com)

Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Medizintechnik: Durch intelligente Prozess- und Fertigungssimulationen will das Unternehmen Stüken Medical ressourcenschonender produzieren. 2023 werden mehrere Millionen Euro in höhere Energieeffizienz und Energieerzeugung investiert.

Stüken Medical ist ein Geschäftsbereich der weltweit vertretenden Stüken Gruppe. Das 1931 gegründete Familienunternehmen mit Hauptsitz im niedersächsischen Rinteln an der Weser und Tochterwerken in China, Tschechien und den USA beschäftigt rund 1.250 Mitarbeiter. Es erwirtschaftete im Jahr 2021 einen Umsatz von über 200 Millionen Euro. Stüken Medical liefert Komponenten für medizinische Pumpen, Diabetes-Care, Fieberthermometer und medizinische Werkzeuge. Zum Produktspektrum gehören Tiefziehteile, Stanzteile, kunststoffumspritzte Bauteile und Baugruppen. Jetzt rückt der Anbieter die Nachhaltigkeit in den Fokus. Das Unternehmen macht es vor: Neue gesetzliche Vorgaben werden ebenso erfüllt wie individuelle Kundenanforderungen.

Nach Einschätzung des Herstellers rückt auch in der Medizinbranche die Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus. Immer mehr Unternehmen hinterfragen die Umweltverträglichkeit eingesetzter Produkte. Das begrüßt das Unternehmen: Immerhin verantworte die Gesundheitsbranche weltweit mehr als vier Prozent der Treibhausgase – mehr als der Flugverkehr. Bei Stüken werden neue Vorschriften positiv bewertet: „Auch der Gesetzgeber bemüht sich, Fehlentwicklungen des Industriezeitalters zu korrigieren “, sagt das Unternehmen. So gibt es ab 2023 mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz einen neuen gesetzlichen Rahmen. Für Stüken Medical steht jedoch noch ein weiterer Aspekt im Fokus: die Forderungen der eigenen Kunden nach nachgewiesener CO2-Reduktion oder Klimaneutralität. Hierbei gelte es, die unterschiedlichen Scopes laut GHG-Protocol zu beachten.

Mit seinem Tiefziehverfahren will Stüken Medical nicht nur hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, sondern bei der Fertigung von Komponenten auch wichtige Ressourcen schonen. Das Familienunternehmen ist davon überzeugt, dass mit der erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie sowohl neue gesetzliche Vorgaben als auch die Kundenanforderungen voll erfüllt werden.

Kunden erwarten Zertifizierung

„Wir sind uns unserer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer wie sozialer Hinsicht bewusst“, erklärt Stüken Medical-Geschäftsführer Nils Petersohn. Das Unternehmen veröffentlicht einen „Corporate Social Responsibility“-Report und weist den eigenen CO2-Fußabdruck entsprechend ÖKO-Cockpit aus. „Viele Kunden wünschen sich entsprechende Zertifikate“, erklärt Nils Petersohn. „Das deutsche Lieferkettengesetz ist im Begriff, weltweit eine Leuchtturmfunktion einzunehmen. Das geplante europäische Lieferkettengesetz wird mit Zusatzforderungen in eine ähnliche Richtung gehen.“

Lokale Fertigung gegen Lieferketten-Problematik

Zur Nachhaltigkeitsstrategie des Tiefziehspezialisten Stüken Medical gehört außerdem der sogenannte „Local for Local“-Ansatz. „Stüken ist auf drei Kontinenten mit fünf Werken vertreten und kann somit Produkte für Kunden aus verschiedenen Branchen lokal fertigen und veredeln.“ Die Vorteile dieser Vor-Ort-Strategie: Transportwege sind kürzer, Lieferketten sicherer und flexibler. Mithilfe der Tiefziehtechnologie lassen sich an allen Stüken Medical-Standorten nicht nur hohe Stückzahlen in konstanter Qualität produzieren – im Vergleich zur zerspanenden Fertigung wird der Materialverbrauch auch auf ein Minimum reduziert.

Zudem fällt beim Tiefziehen der Energieverbrauch deutlich geringer aus. Ein Beispiel dafür ist das von Stüken Medical entwickelte Kaltumformverfahren für Titanlegierungen, welches das mehrstufige Tiefziehen des Werkstoffs ohne Prozessunterbrechung ermöglicht. „Wir geben uns aber nicht mit einer ressourcenschonenden Fertigung zufrieden, sondern wollen beim gesamten Produktionsprozess noch weniger klimaschädliches CO2 ausstoßen. Dafür analysieren und optimieren wir alle damit verbundenen Abläufe wie die Reinigung oder den Reinraumbetrieb.“ 

Auch die Digitalisierung spielt eine Rolle: Durch intelligente Prozess- und Fertigungssimulationen – vor der eigentlichen Fertigung – lassen sich Ressourcen effizienter nutzen. Zudem investiert Stüken Medical 2023 mehrere Millionen Euro in höhere Energieeffizienz und Energieerzeugung. Auf einer Freifläche am Standort in Rinteln-Süd entsteht eine Photovoltaikanlage mit etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden Leistung. Damit kann das Familienunternehmen circa 20 Prozent seines Strombedarfs selbst erzeugen. Zugleich wird der Stromverbrauch durch gezielte Maßnahmen massiv gesenkt.

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