Spahn würdigt Ärztenetzwerk Südbrandenburg

Stadtzentrum im brandenburgischen Finsterwalde
Stadtzentrum im brandenburgischen Finsterwalde: „Mehr Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung sind die richtigen Antworten für eine effiziente und umfassende medizinische Versorgung“ (Foto: © ArTo/fotolia.com)

Die KV Comm als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg betreut seit mehreren Jahren das Ärztenetzwerk Südbrandenburg mit Sitz in Finsterwalde. Die Partner des Ärztenetzes sorgen seit 2004 für eine wohnortnahe, medizinische Versorgung.

Das Engagement des Ärztenetzwerks lobte jetzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Rahmen des Brandenburger Expertengesprächs zum Thema „Ärztenetze der Zukunft – Perspektiven für Trägerstrukturen von Gesundheitszentren im ländlichen Raum“: „Wir brauchen innovative und durchdachte Lösungen, damit sich die Menschen in ländlichen Regionen auch in Zukunft auf eine gute Versorgung verlassen können. Mehr Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung sind hier die richtigen Antworten für eine effiziente und umfassende medizinische Versorgung. Das demonstriert das Praxisnetz in Südbrandenburg eindrücklich.“

Das Ärztenetzwerk Südbrandenburg setzt auf Versorgungsansätze, die an die Bedürfnisse der Patienten und Ärzte gleichermaßen angepasst sind. Einmalig in Deutschland ist die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) im Jahr 2012 durch die dem Netzwerk angeschlossenen, niedergelassenen Ärzte. Am ehemaligen Ambulatorium Süd in Finsterwalde wurde damit ein Standort erhalten, der den Einwohnern einerseits ein allgemein- und fachärztliches Angebot sichert und andererseits ergänzende therapeutische Angebote miteinander verbindet.

DSGVO und Vernetzung als Herausforderung

„Eine Herausforderung bei der Verzahnung verschiedener Berufsgruppen und Versorgungsangebote ist dabei, die gesetzlichen Vorgaben wie beispielsweise IT-Vernetzung oder aktuell die Datenschutzgrundverordnung praxisnah in den Sprechstundenalltag zu integrieren“, erläutert Andrea Trunev, Geschäftsführerin des MVZ.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) MUDr./ČS Peter Noack betont den Stellenwert des Vorhabens für die Vertragsärzte im Bundesland Brandenburg: „Das Ärztenetz Südbrandenburg ist ein gutes Beispiel dafür, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum kooperativ zu gestalten. Davon profitieren die Kollegen und die Patienten in der Region.“

Neustart im Jahr 2015

Das Ärztenetz Südbrandenburg wurde 2004 auf Initiative regional ansässiger Ärzte gegründet. Als Gesellschafter betreibt dieses bis heute das Medizinische Versorgungszentrum ANSB med. Eine Zäsur fand im Jahr 2015 statt, nachdem im November 2014 bei einer Gesellschafterversammlung 25 von knapp 40 Ärzten aus dem Netz austraten. Grund dafür war ein Streit über die Ausrichtung des Netzes zwischen den Gesellschaftern und Vorstandsmitgliedern.

2015 stellte sich das Ärztenetz Südbrandenburg mit der KV Comm als Tochter der Kassenärztlichen Vereinigung neu auf und entwickelte sich seitdem positiv. Inzwischen wurden verschiedene Projekte gemeinsam mit der KVBB und regionalen Partnern entwickelt und umgesetzt, darunter die Nachbesetzung von Landarztpraxen, der Aufbau eines Weiterbildungsnetzwerkes für Mediziner und die Förderung der Weiterqualifizierung des nichtärztlichen Personals.