Smarter Telefonassistent zur Arztpraxis-Entlastung

Ein KI-basierter Telefonassistent wird ab sofort in rund 50 Arztpraxen getestet. (Foto: Alexander Limbach - Fotolia.com)

Eine bessere telefonische Erreichbarkeit und Entlastung des Empfangs Arztpraxen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verspricht der digitale Telefonassistent Aaron.ai. Im Rahmen eines Projektes kommt die Software ab sofort in 50 Arztpraxen zum Einsatz.

Mit dem Projekt KBV-Zukunftspraxis will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben. In einem Ideenwettbewerb hatte sie deshalb bereits 2018 zehn Unternehmen ausgewählt. Mit den Produkten dieser Firmen will die KBV zeigen, wie sich eine sinnvolle Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland gestalten lässt. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck: Sie soll die Arbeit in den Praxen erleichtern und einen Zusatznutzen für die Patienten bringen. Ich freue mich, dass mit Aaron.ai nun das erste Gewinnerprojekt im Praxisalltag auf Herz und Nieren geprüft wird,“ erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Für die Evaluation der KBV-Zukunftspraxis arbeitet die KBV mit der Charité zusammen. 

Praxistests bis Mitte 2021

Der smarte Telefonassistent Aaron.ai soll zunächst bis Mitte 2021 in mehr als 50 Praxen getestet und evaluiert werden. Beteiligt sind Einzelpraxen und Medizinische Versorgungszentren. Hier sollen die Auswirkungen der Einsatz des interaktiven Anrufbeantworters auf Effizienz, Effektivität und Qualität der Versorgung hat sowie seine Akzeptanz bei den Patienten untersucht werden. Auch mögliche organisatorische und technische Herausforderungen bei der Implementierung in vorhandene Praxisstrukturen wollen die Akteure analysieren.

Weitere Produkte folgen

Die weiteren Gewinner des Ideenwettbewerbes will die KBV in der Praxis testen. Dazu zählt das Unternehmen AMA mit dem Produkt „XpertEye“, einer Videobrille für Pflegekräfte in Seniorenheimen, mit der die Pflegenden bei der Visite den Arzt per Videokonferenz zuschalten können. „Idana“ der Firma Tomes ist eine Anamnese-App fürs Smartphone. Damit können die Praxen den Patienten zur Vorbereitung auf ihren Termin digitale Anamnese-Fragebögen über bestimmte Krankheitsbilder zukommen lassen. Die abgefragten Daten speichert die Lösung dann automatisch in der ärztlichen Dokumentation. Bei „DermaFC“ von Magnosco handelt es sich um ein Lasergerät, das bei Patienten mit Verdacht auf Hautkrebs die betroffene Hautpartie scannt und analysiert.

Ebenfalls zu Gewinnern und damit Teilnehmern der KBV-Zukunftspraxis zählen „Respiro“, ein KI-basierter Inhalatorsensor und Smartphone-App sowie die KI-basierte dermatoskopische Diagnostik „intellimago“ und die KI-basierte Diagnoseunterstützung bei seltenen Erkrankungen „Ada“. Auch die digitale Erfassung und Auswertung von standardisierten psychometrischen Fragebögen „KLINDO“ und das cloudbasiertes Praxisverwaltungssystem „doctorly“ sollen in Praxen getestet werden.