Selfie-Identifizierung für Patientenakte

Junger Mann erstellt Selfie-Aufnahme
Erstellung einer Selfie-Aufnahme: Zusammenarbeit von Bitmarck, IBM und Nect für niedrigschwellige Nutzung der elektronischen Patientenakte (Foto: marctran /123rf.com)

Wie können sich gesetzlich Versicherte möglichst einfach, aber sicher für den Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte authentifzieren? Ein Technologie-Konsortium entwickelt gerade eine Identlösung mittels Selfies.

Jeder GKV-Versicherte kann bereits die elektronische Patientenakte nutzen. Bevor aber Versicherte digitale Dienstleistungen ihrer Krankenkasse wie die ePA verwenden können, müssen sie zuerst ihre Identität bestätigen, was durchaus eine „Einstiegshürde“ darstellt. Damit dieser Schritt künftig möglichst einfach funktioniert, arbeitet jetzt ein Konsortium daran, das Verfahren – zumindest für alle Smartphone-kundigen Menschen – zu vereinfachen.

Der für zahlreiche gesetzliche Krankenversicherungen arbeitende Managed-Service-Provider Bitmarck hat sich hierfür mit IBM und dem Unternehmen Nect verbündet. IBM und Nect erhielten von Bitmarck den Zuschlag für die Einführung einer neuen Identifizierungstechnologie.

Ausweisdokument plus Selfie-Video

Konkret soll die KI-gestützte Nect-Selfie-Identlösung hierfür verwendet werden. Mit der Robo-Ident-Technologie, die hinter dem Selfie-Ident von Nect steckt, können sich Nutzer in wenigen Minuten eigenständig, ohne Einbindung eines Dritten per App identifizieren und so Zugang zu ihrer elektronischen Patientenakte erhalten. Dafür benötigen sie lediglich eine Aufnahme des Ausweisdokuments sowie eine Gesichtserkennung über ein Selfie-Video.

Aktuell erhalten bereits Versicherte der Barmer und einiger weiterer Krankenkassen in Deutschland unter Nutzung des eIDAS-zertifizierten Nect-Verfahrens Zugang zur elektronischen Patientenakte. Die neue Selfie-Lösung wird künftig voraussichtlich für mehr als 80 Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland nutzbar sein.

Weiterer Schritt zum digitalen Gesundheitswesen

Um die KI-gestützten Nect-Selfie-Identlösung im Gesundheitswesen zu etablieren, arbeiten das Team der Gesundheitsplattform der IBM Deutschland und die Nect GmbH bereits seit Januar 2021 zusammen. Ziel der Kooperation der Unternehmen ist es, den Kunden von GKV- und PKV-Unternehmen einerseits eine nutzerfreundliche und damit niedrigschwellige Identitätsbestätigung zu ermöglichen, andererseits dabei aber hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.