Mehrheit lehnt Ekelfotos ab

Zigarettenpackung mit Schockfoto
Neue EU-Tabakrichtlinie: Zigarettenpackung mit Schockfoto (Foto: © DAK-Gesundheit/iStock)

Aus Sicht von 81 Prozent der Deutschen sind Ekelfotos auf Zigarettenpackungen keine wirksame Maßnahme gegen das Rauchen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der DAK.

Die große Mehrheit der Deutschen hält Schockbilder auf Zigarettenpackungen für wirkungslos im Kampf gegen die Tabaksucht. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Auf Grundlage einer EU-Tabakrichtlinie müssen seit Mitte Mai 2016 Hersteller alle neuen Zigarettenpackungen mit großformatigen Bildern versehen, um vor den Gefahren des Rauchens zu warnen. Die Schockfotos auf den Schachteln zeigen beispielsweise verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre oder Raucherlungen. Ein großer Teil der Verpackungsfläche muss für die Bilder und passende Texte reserviert sein.

Knapp 60 Prozent der Befragten glauben, dass die abschreckenden Fotos auch bisherige Nichtraucher nicht davon abhalten, künftig zur Zigarette zu greifen. Bei den ständigen Rauchern sind 66 Prozent davon überzeugt, dass Schockbilder keine geeignete Präventionsmaßnahme darstellen. „Ob jemand zur Zigarette greift oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab“, sagt DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. „Schockbilder auf Zigarettenpackungen sind nur ein Präventionsfaktor. Wir setzen auf Information und Aufklärung, die schon in den Schulen beginnt. Einen starken Einfluss hat auch, ob die Eltern rauchen oder wie stark Zigaretten im Freundeskreis akzeptiert sind.“

Verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen

Neun von zehn Befragten halten eine verstärkte Aufklärungsarbeit an Schulen für eine geeignete Präventionsmaßnahme. 83 Prozent befürworten einen konsequenteren Schutz vor dem Passivrauchen, etwa durch ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren. Für ein totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden waren 77 Prozent, für ein Verbot von Tabakwerbung 62 Prozent und für eine höhere Besteuerung von Tabakprodukten 60 Prozent der Befragten.

Grundsätzliche Zustimmung

Der Forsa-Umfrage zufolge finden es allerdings zwei Drittel der Befragten grundsätzlich in Ordnung, dass solche Bilder in dieser Deutlichkeit gezeigt werden – ganz unabhängig von der möglichen abschreckenden Wirkung. Bei den Nichtrauchern liegt die Zustimmung sogar bei 73 Prozent. Etwa 110.000 Todesfälle pro Jahr sind in Deutschland unmittelbar auf das Rauchen zurückzuführen.