Krankenkasse freut sich über Pokémon go

Das Spiel Pokémon go hat hierzulande einen Hype ausgelöst. Das gefällt längst nicht allen und viele warnen bereits vor dem mobilen Game. Jetzt erhalten die meist jugendlichen Fans von ungewöhnlicher Stelle Unterstützung: Die Techniker Krankenkasse kann der virtuellen Monsterjagd per Smartphone durchaus etwas abgewinnen.

In diesem Sommer sind Städte und Gemeinden voll mit Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Smartphones durch die Landschaft streifen und die virtuellen Monster jagen. Digital sind in dem mobilen Online-Spiel Pokémon Go allerdings nur die Monster, die sogenannten Pokémons. Gefangen werden müssen sie in der realen Welt. Nur wer sich nach draußen begibt, kann Pokéstops und Pokémons orten. Das Spiel holt Kinder und Jugendliche folglich von der Couch – auch wenn der Bildschirm mitkommt, freut sich jetzt die Techniker Krankenkasse (TK) und macht sich für das Spiel stark.

„Digitale Medien haben eine magische Anziehungskraft – nicht nur auf Kinder. Es geht ja längst nicht mehr darum, ob, sondern wie wir digitale Medien nutzen. Und wenn der Nachwuchs mittels ‘gamification’ einen bewegten Sommer hat, ist das klasse“, sagt Dr. Sabine Voermans, Leiterin der Prävention bei der TK. Es sei jedoch wichtig, dass die Sicherheit gewährleistet werde – sowohl im Straßen- als auch im Datenverkehr. „Aber wenn die Kinder ihren Sommer draußen mit der Monsterjagd verbringen, statt Zuhause passiv vor dem Bildschirm, sollte man das nicht schlechtreden”, so die Expertin.

Bewegungsmangel bei Kindern

Den Ergebnissen der Jugendgesundheitsstudie der TK zufolge verbringen 87 Prozent der Jungen und gut die Hälfte der Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren ihre Freizeit gern mit Computerspielen. „Das ist natürlich nicht verwerflich, digitale Medien verleiten jedoch oft zur Passivität”, erklärt Voermans. Die von Gesundheitsexperten empfohlene Bewegungszeit von mindestens einer Stunde pro Tag schaffen laut der Studie nur drei von zehn Jungen und jedes fünfte Mädchen. Das ist ein alarmierend geringer Aktivitätslevel”, betont Voermans.