KI-Lösung reduziert Sepsis-Risiko

Intensivstation
Intensivstation: Risiko einer Sepsis wird durch KI-Algorithmus vorhergesagt (Foto: sudok1/123rf.com)

Die Deutsche Telekom und das Hamburger Start-up Telehealth Competence Center Analytics (TCC Analytics) reduzieren mit einer KI-Lösung das Risiko einer Sepsis. Blutvergiftungen sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – insbesondere Intensivstationen sind davon betroffen. 

Aus Sicht der Telekom ist die marktreife, KI-gestützte Lösung extrem zielführend: Sie setzt präventiv dort an, wo besonders vulnerable Menschen versorgt werden, nämlich auf Intensivstationen. TCC-Analytics-CEO Professor Dr. med. Christian Storm ergänzt: „Der Algorithmus lernt permanent dazu. Er hilft Ärztinnen und Ärzten einzuschätzen, ob die Patienten gefährdet sind. Auf dem langen Weg zur Digitalisierung von Krankenhäusern tragen wir mit unserer Lösung einen großen Schritt bei.“ 

Hauptursache bei Todesfällen auf Intensivstationen

Rund 35 Prozent der Patienten, die von einer Sepsis betroffen sind, versterben. Insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Blutvergiftung tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Medizinern bleibt oft nur ein sehr enges Zeitfenster, um auf eine Blutvergiftung zu reagieren. Die Lösung von Telekom und TCC Analytics entlastet die Mediziner, indem sie vor einer drohenden Sepsis bei einem Patienten warnt. Denn je früher eine Sepsis behandelt wird, umso größer sind nach dem Urteil der WHO die Überlebenschancen. 

KI-Algorithmus analysiert Vitaldaten

Über Standardschnittstellen werden Vital-Daten der Intensivpatienten im Krankenhaus erfasst und in der sicheren Open Telekom Cloud von einem KI-Algorithmus analysiert. Diesen selbstlernenden Algorithmus hat TCC Analytics entwickelt und trainiert. Er kann rund zehn Stunden vor dem Ausbruch einer Sepsis das individuelle Risiko vorhersagen und eröffnet die Möglichkeit, eine Sepsis zu verhindern. Über die üblichen Vitaldaten hinaus müssen die Kliniken keine weiteren Parameter erfassen. Ein von Telekom und TCC Analytics entwickeltes Dashboard zeigt auf einen Blick das Sepsis-Risiko an, sodass schnell gehandelt werden kann. Aufgrund der automatisierten Prozesse und der einfachen Bedienbarkeit des Dashboards können sich die Mediziner damit besser auf die Versorgung der Patienten fokussieren.

Pilotprojekte in zwei Krankenhäusern

Die Lösung ist marktreif und wird aktuell in zwei Krankenhäusern pilotiert. Mit weiteren Krankenhäusern sind TCC Analytics und die Telekom im Gespräch. Die Telekom und TCC Analytics werden die Sepsis-Lösung auch auf der Fachmesse DMEA (25. – 27. April 2023) in Berlin (Halle 3.2, Stand A-103) zeigen. Der Bonner Telekommunikationsanbieter stellt darüber hinaus Lösungen für eine sichere Telematikinfrastruktur, Digitale Identitäten und Cloud-Angebote vor.